AUA streicht weitere 80 Flüge: 12.000 Passagiere betroffen

Die AUA musste kurzfristig 80 weitere Flüge streichen.
Die AUA musste kurzfristig 80 weitere Flüge streichen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Statt der angekündigten 70 Flüge fallen am Donnerstag 150 ihrer Flüge aus, teilte die Fluggesellschaft AUA mit. Grund ist die heutige Betriebsversammlung des fliegenden Personals. Flüge an die US-Ostküste wurden hingegen wegen des dortigen Schneesturms abgesagt.
AUA streicht 70 Flüge

Da der Betriebsrat Bord die Mitarbeiter früher als geplant, und zwar bereits ab 5.30 Uhr eingeladen hat, habe die AUA gestern Abend und heute kurzfristig weitere 80 Flüge streichen müssen, begründete die Airline.

12.000 Passagiere betroffen

Damit fallen am Donnerstag rund 40 Prozent der Flüge aus. Laut AUA-Chef Kay Kratky sind über 12.000 Passagiere von den Streichungen betroffen. “Die kurzfristige Ausdehnung der Kampfmaßnahmen weist deutlich daraufhin, dass das Ziel der Gewerkschaft und des Betriebsrats eine Betriebsstörung ist. Es ist für uns nicht nachvollziehbar und völlig inakzeptabel, dass höhere Gehaltsforderungen noch dazu bei einem verschärften Wettbewerb auf dem Rücken unserer Kunden ausgetragen werden”, sagte Kratky laut einer Aussendung der Austrian Airlines.

Flug in die USA aus Wettergründen abgesagt

Unter den Ausfällen befinden sich Verbindungen zwischen Wien und Amsterdam, Basel, Bologna, Berlin, Belgrad, Brüssel, Bukarest, Kairo, Kopenhagen, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Graz, Hamburg, Innsbruck, Kiew, Köln, Leipzig, London, Lyon, Mailand, Minsk, Moskau, München, Paris, Prag, Sofia, Stuttgart, Teheran, Tel Aviv, Venedig, Warschau, Zagreb und Zürich. Auch die Flüge nach Washington und Toronto fallen aus. Der Flug nach Newark hingegen habe aus Wettergründen abgesagt werden müssen. An der Ostküste der USA tobt gerade ein Schneesturm.

Ende der Betriebsversammlung noch unbekannt

Die Betriebsversammlung sollte um 9.30 Uhr beginnen und zumindest bis Mittag dauern. Wie lange es letztlich wird, hänge von den Fragen der Teilnehmer ab. Streik sei aber heute ausdrücklich kein Thema, betonte Schwarcz. Es werde aber Abstimmungen über die Vorschläge der AUA geben und auch “andere Sachen werden zur Abstimmung kommen”, schließlich könne jeder Mitarbeiter dazu Anträge stellen.

AUA-Sprecher Peter Thier hofft, dass es keine weiteren Flugausfälle mehr gibt, das hänge aber letztlich von der Dauer der Betriebsversammlung ab. Aus Sicht der AUA sei die Betriebsversammlung sichtlich darauf ausgelegt, den Betrieb zu stören. Dabei habe die AUA klar signalisiert, zu Nachbesserungen, auch zu mehr Bezahlung, bereit zu sein, wenn es im Gegenzug zu einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit kommt, so Thier.

Streik steht im Raum

Der Betriebsrat für das AUA-Flugpersonal hatte ursprünglich für den 6. und 7. März Betriebsversammlungen angesetzt, diese aber kurzfristig aufgrund von Krankheit verschoben. Die 140 im Vorfeld abgesagten Flüge fielen dennoch aus. 10.000 Passagiere waren betroffen.

Die Betriebsversammlungen wurden einberufen, weil die laufenden KV-Verhandlungen stocken. Auch eine Streikdrohung steht im Raum. Das Unternehmen bietet unter anderem eine Gehaltserhöhung von 2,1 Prozent an, Betriebsrat und Gewerkschaft fordern mehr.

Warnstreik für 30 Minuten

Die Betriebsversammlung wurde daher für eine halbe Stunde für den Warnstreik unterbrochen, wird dann aber weitergeführt, da noch Informationspunkte offen seien. Es könne auch noch bis am Abend weitergehen, so Schwarcz, das hänge von den weiteren Anträgen der Mitarbeiter ab.

(APA/red)

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