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Attentäter veranstaltete Jihadisten-Treffen in Wien

Die Zusammenkunft stand nach Hinweisen aus Deutschland unter Beobachtung des BVT.
Die Zusammenkunft stand nach Hinweisen aus Deutschland unter Beobachtung des BVT. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Nur wenige Monate vor dem Anschlag in Wien lud der 20-jährige Attentäter Gleichgesinnte aus Deutschland und der Schweiz zu einem Jihadisten-Treffen in die Bundeshauptstadt ein. Die Zusammenkunft stand offenbar unter Beobachtung des BVT.
Attentäter hatte Kontakte in die Schweiz
Hausdurchsuchungen in Deutschland

Der Wiener Attentäter hat im vergangenen Sommer offenbar ein Jihadisten-Treffen mit Gleichgesinnten aus Deutschland und der Schweiz in Wien veranstaltet.

Wie nun bekannt wurde, bekam er im Juli nicht nur Besuch aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz. Dieses Treffen fand unmittelbar vor der Fahrt des Attentäters in die Slowakei statt, wo er Munition für sein Sturmgewehr kaufen wollte.

Deutsche und Schweizer Jihadisten waren gleichzeitig in Wien

Die beiden Schweizer aus den Kanton Zürich im Alter von 18 und 24 Jahren waren nach dem Anschlag in Wien festgenommen worden. In Deutschland fanden nach dem Terroranschlag in Wien Hausdurchsuchungen bei fünf jungen Männern statt, zwei davon sind jene, die in Wien waren.

Das Innenministerium bestätigte auf Anfrage der APA, dass die deutschen und schweizer Jihadisten gleichzeitig in Wien waren - und das unmittelbar vor der Fahrt in die Slowakei, die am 21. Juli stattfand. Die Zusammenkunft stand nach Hinweisen aus Deutschland unter Beobachtung des BVT.

Laut Schweizer Medien waren die eidgenössischen Gefährder zwischen dem 16. und 20. Juli in Wien. Den Berichten zufolge könnte der 20-jährige Attentäter seinerseits auch in die Schweiz gereist sein.

Bundesanwalt übernimmt Fall in Schweiz Verhafteter

In der Schweiz übernimmt die Bundesanwaltschaft (BA) nächste Woche das Verfahren gegen die zwei im Zusammenhang mit dem Attentat in Wien verhafteten Männer aus Winterthur. Es müssten nur noch "Fragen des Timings" und der konkreten Koordination geklärt werden. Danach werde die BA mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich "die Übergabe des Falles umsetzen", teilte die BA am Sonntag mit. Sie bestätigte damit eine Meldung in der Zeitung "Sonntagsblick".

Der 18- und der 24-Jährige sind bereits in zwei laufende Terrorismus-Strafverfahren der BA involviert. Der Ältere der beiden Verhafteten ist Beschuldigter in einem dieser Verfahren. Der Jüngere ist zudem Beschuldigter in einem Verfahren der Jungendanwaltschaft Winterthur.

Islamisten sorgten in Winterthur für Schlagzeilen

In Winterthur haben Islamisten wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. So wurde der Imam der An'Nur-Mosche wegen eines Aufrufs, nicht praktizierende Muslime zu töten, verurteilt und nach Somalia abgeschoben. Die Moschee wurde geschlossen. Verschiedene, später verurteilte Islamisten gingen in dem Gebetshaus ein und aus.

Im September war der selbst ernannte "Emir von Winterthur" vom Bundesstrafgericht zu einer Freiheitsstrafe von 50 Monaten verurteilt worden. Er hatte Jihad-Reisende aus der Deutschschweiz rekrutiert. Zuvor war er 2013 selbst in Syrien gewesen.

(APA/Red)

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