Atomgespräche in Wien enden am 18. Juli: "Definitiv ist nichts entschieden"

Iran: Wiener Atomgespräche enden am Freitag
Iran: Wiener Atomgespräche enden am Freitag ©APA
Der Iran und die Gruppe 5+1 (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) werden die derzeit laufende Verhandlungsrunde in Wien über das iranische Atomprogramm am Freitag beenden.
"Bedeutende Differenzen”
Heikle Phase in Wien

Der Iran ist zur Fortsetzung der Atomverhandlungen bis zur vereinbarten Frist am Sonntag bereit. “Wir werden bis auf weiteres an diesem Zeitrahmen festhalten”, sagte Außenminister Mohammad Javad Zarif den iranischen Medien am Donnerstag am Rande einer religiösen Zeremonie im islamischen Zentrum in Wien.

Iran zur Fortsetzung bereit

Am Mittwoch hatte es Spekulationen gegeben, dass die Verhandlungsrunde am Freitag beendet wird, da die noch bestehenden Differenzen eine Einigung bis zum 20. Juli unmöglich machten. “Definitiv ist noch nichts entschieden”, sagte Zarif. Der iranische Chefdiplomat räumte jedoch ein, dass eine detaillierte Einigung bis zum 20. Juli schwierig werde. Besonders über den genauen Zeitplan für die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran gebe es noch erhebliche Differenzen. Daher könnte es auch zu einem neuen Termin kommen, aber darüber würden die Unterhändler in den nächsten Tagen entscheiden.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor ebenfalls eine Verlängerung der Verhandlungen ins Gespräch gebracht. “Wir haben noch mehr zu tun”, sagte Obama am Mittwoch im Weißen Haus. In den nächsten Tagen solle deshalb mit der Regierung in Teheran, US-Verbündeten und dem Kongress in Washington geklärt werden, ob noch mehr Zeit benötigt wird.

Gespräche enden am 18. Juli

Zugleich sollen die Gültigkeit des in Genf geschlossenen Übergangsabkommens und die ursprünglich für 20. Juli festgesetzte Frist, bis zu der eine endgültige Vereinbarung erreicht werden soll, um mehrere Monate verlängert werden, hieß es. Ein genaues Datum für eine neue Deadline gebe es aber noch nicht.

Die Beendigung der Gespräche am Freitag bedeute keineswegs, dass die Verhandlungen gescheitert seien, betonte die Quelle gegenüber FARS. Die sechste Runde der Atom-Verhandlungen (“Vienna 6”) unter Leitung von EU-Außenbeauftragter Catherine Ashton und dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif hatte am 3. Juli begonnen. Von iranischer Seite wurden sie als hart aber konstruktiv und positiv beschrieben.

Nach Angaben westlicher Diplomaten werden die Gespräche zwischen dem Iran sowie den fünf UN-Vetomächten und Deutschland wahrscheinlich im September wieder aufgenommen. Eine Entscheidung könnte am Freitag bekannt gegeben werden. Laut Zarif wäre im Falle einer Verlängerung der 25. November die “ultimative Deadline”.

Eine Chronologie des Atom-Streits

(APA)

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