Asian Village: Koch- und andere Kunst bei den Wiener Festwochen

Asian Village in Wien
Asian Village in Wien ©APA
Ein Mariahilfer Straßenfest mit Kulinarik, Vietnam-HipHop und Thai-Massagen: Rund ums Semper-Depot wird Wien zu einem beeindruckenden "Asian Village" Bilder:

Heurigenbänke, Bierbecher, Papp- und Plastikgeschirr: Was auf den ersten Blick nach beliebigem Grätzelfest aussah, zeigte dank Aussparung sämtlicher erdenklicher Würstelvariationen schnell seinen wahren Charakter. Die Wiener Festwochen luden ab Samstagnachmittag ins “Asian Village” nach Mariahilf. Serviert wurden – neben einschlägiger Kulinarik unter freiem Himmel – asiatische Kunst aus allen Richtungen, Thai-Massagen und China-Frisuren auf Bestellung. Musiker und DJs aus Kasachstan bis Thailand lieferten den passenden Soundtrack.

“Into the City”

Das zweitägige Straßenfest, das noch bis zum heutigen Sonntagabend rund um das Semper-Depot auf der Gumpendorfer Straße gefeiert wird, ist Teil der Festwochen-Schiene “Into the City”. Von den verschiedenen kulturellen Kostproben stand bei vielen Besuchern offenbar die Koch-Kunst vorrangig im Mittelpunkt des Interesses. Bereits kurz nach der Eröffnung am Samstag bildeten sich Schlangen an den Ständen der 16 Meter langen Straßenküche, die mit roten Lampions und anderem Asia-Dekor geschmückt war.

Gereicht wurden unter anderem Martabak (indonesische Fleischbällchen), Satay (Fleischspieße), Hummerchips oder Wok-Gerichte – frisch zubereitet auf mobilen Kochplatten und Grillern. Heimische Biersorten und Spritzer in Rot-, Weiß- oder Aperol-Varianten fanden dabei mindestens ebenso reißenden Absatz wie exotische Fruchtsäfte oder vietnamesischer Kaffee.

Wer vom Herumlümmeln an den voll besetzten Heurigenbänken mit Verspannungen bestraft wurde, schaute zwischendurch auf eine Thai-Massage ins “Möbel” vorbei. In einem notdürftig zur Ruheoase umfunktionierten – ausgerechnet der Auslage zugewandten – Teil des Designgeschäfts bearbeiteten fachkundige Kneter kostenlos Schultern, Rücken und Füße.

Die Möglichkeit zur selbstständigen Körperbetätigung hatten die Asiadorf-Gäste hingegen in der unweit gelegenen Galerie IG Bildende Kunst. Hier hatte der indonesische Künstler Heri Dono einige Fahrräder mittels Elektronik und Abfallmaterialien zu Geräuschmaschinen aufgemotzt, die beim Treten der Pedale – wozu ausdrücklich aufgefordert wurde – verstörende Klanggewitter erzeugten. Die Sound-Installation “Animal Journey” sei eine “Kritik an der Form unseres rücksichtslosen Lebens gegenüber der Umwelt und anderen Geschöpfen”, hieß es dazu im Programmfolder.

Harmonischere Beschallung herrschte im Außerbereich: Dort werkte vorerst die chinesisch-österreichische DJane Pinie Wang an den Plattentellern. Im Lauf des Abends boten dann “Tri Minh” und DJ Kruise Elektro- und HipHop-Sound aus Vietnam, bevor die malaysische Sängerin AraByrd – bekannt von Gastspielen bei den Beastie Boys oder Jurassic 5 – die kleine Bühne gegenüber dem Cafe Sperl betrat. Traditionell ging es im Semper-Depot zu. Ein aus Dutzenden Gongs, Trommeln und Metallophonen bestehendes Gamelan-Ensemble brachte die einstmalige höfische Musik aus Java und Bali zu Gehör. Das Duo Coconamie verschränkte im Cafe Phil wiederum japanische und bayrische Volksmusik.

Ab 12 Uhr geht’s weiter

Tanz, Musik, Bildende Kunst, Installationen sowie – freilich – Essen und Trinken aus dem asiatischen Raum werden auch noch heute ab 12.00 Uhr auf dem nahe dem Getreidemarkt gelegenen Abschnitt der Gumpendorfer Straße geboten. Und wer sich aus rein ästhetischen Gründen nicht wohl fühlen sollte, kann ein spezielles Service in Anspruch nehmen. Der Friseursalon “Schnitt!” offeriert einen “chinesischen Haarschnitt mit Preisen wie in Taipei”. 3,50 Euro kostet eine Look-Bearbeitung.

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