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Arzt stirbt in NÖ an Covid-19: Ärztekammer erschüttert

Der Mediziner verstarb in einem Spital.
Der Mediziner verstarb in einem Spital. ©APA
In Niederösterreich forderte das Coronavirus das erste Opfer innerhalb der Ärzteschaft. Die Ärztekammer ist erschüttert und kritisiert, dass kaum angemessene Schutzkleidung verfügbar ist.

Covid-19 hat laut der Ärztekammer für Niederösterreich am Sonntag das erste Todesopfer unter Medizinern im Bundesland gefordert. Es handelte sich einer Aussendung zufolge um einen Hausarzt, "der sich bis zuletzt in seiner Ordination um seine Patientinnen und Patienten gekümmert hat".

Der Erkrankte sei am Sonntagvormittag auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Wien gestorben, teilte eine Sprecherin der Kammer auf APA-Anfrage mit. Der Mediziner sei etwa eine Woche lang in Krankenhausbehandlung gewesen. Der Mediziner habe über das gesetzliche Pensionsalter hinaus gearbeitet.

Ärztekammer: Schutzausrüstung fehlt

Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer, betonte in der Aussendung, dass es nach wie vor an ausreichender Schutzausrüstung für die niedergelassenen Ärzte fehle. Der Tod des Kollegen sei "ein deutliches Zeichen, dass endlich von höchster Stelle reagiert werden muss. Wir können derzeit nur Masken und Handschuhe verteilen, die wir von anderen Organisationen geschenkt bekommen. Das reicht nicht aus", so Reisner.

Dietmar Baumgartner, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, erinnerte, dass sich alle Kurien der Landesärztekammer und die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte auf eine Resolution geeinigt hätten. Die Bundesregierung und das Parlament werden dahin gehend aufgerufen, "in Zeiten der schwersten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten die Ärzteschaft mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu unterstützen, damit diese auch weiterhin die Basisversorgung aufrechterhalten kann".

Trauer bei Feuerwehr nach Covid-19-Tod von Arzt

Nach dem Covid-19-Tod eines niederösterreichischen Hausarztes am Sonntag trauert auch die Feuerwehr in dessen Heimatgemeinde. Der Mediziner sei "menschlich bis zuletzt" gewesen, schrieben die Freiwilligen auf Facebook. "Tief erschüttert" zeigte sich in einer Aussendung der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres.

Der Mediziner aus Niederösterreich war auch Feuerwehrarzt. Seine Ordination habe er bis zuletzt noch offen gehabt, im Feuerwehrwesen habe er die Atemschutztauglichkeitsuntersuchungen "mit voller Energie" unterstützt, betonten die Kameraden. Der Arzt sei seit 1. September 1988 Feuerwehr-Mitglied gewesen und für seine Verdienste mehrfach ausgezeichnet worden.

"Dramatischer Handlungsbedarf"

"Die Gedanken der Ärztekammer und der gesamten österreichischen Ärzteschaft gelten nun unserem Kollegen, der in Erfüllung seiner ärztlichen Arbeit sein Leben verloren hat", hielt indes Szekeres fest. "Wir verbeugen uns vor dem Kollegen, der im Dienst der Versorgung seiner Patienten sein Leben lassen musste."

Hausärzte stünden an vorderster Front in der ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich, erinnerte der Präsident. Alle Warnrufe der Ärztekammer hinsichtlich mangelnder Schutzausrüstung seien vom Bund, den Ländern und Sozialversicherung bisher ignoriert beziehungsweise verharmlost worden. "Es besteht ein dramatischer Handlungsbedarf." Die Regierung müsse alles daran setzen, Ordinationen rasch mit entsprechenden Schutzausrüstungen auszustatten.

(APA/red)

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