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Arbeitslosigkeit: Junge Menschen in Coronakrise besonders stark betroffen

Im Juli waren 41.750 junge Menschen in Österreich arbeitslos.
Im Juli waren 41.750 junge Menschen in Österreich arbeitslos. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Coronakrise hat die Zahl der Arbeitslosen stark steigen lassen. Insbesondere junge Menschen sind auch besonders stark betroffen.

"Am 12. August ist Internationaler Tag der Jugend. Doch allzu viel zu feiern haben junge Menschen momentan nicht - zumindest nicht am österreichischen Arbeitsmarkt", so Christian Moser, Geschäftsführer SOS-Kinderdorf.

41.750 junge Menschen in Österreich arbeitslos

Im Juli waren laut den aktuellen Arbeitsmarktzahlen 41.750 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeitslos. Das sind um 52,4 Prozent mehr als im Juli 2019. Im 2. Quartal haben sich dien Anrufe zum Thema Arbeitslosigkeit bei Rat auf Draht im Vergleich auch mehr als verdoppelt. Im Herbst und Winter könnte sich die Situation noch einmal deutlich verschärfen.

"Mit der Einstellung von Lehrlingen sind Betriebe zurzeit vorsichtig. Es gibt große Verunsicherung, wie es in den nächsten Monaten weitergehen wird - viele Betriebe müssen schließen."

Während die Ausbildungspflicht bis 18 bisher ganz gut wirkte, seien die dafür notwendigen überbetrieblichen Ausbildungsstätten mittlerweile nicht mehr in der Lage, den Mangel an betrieblichen Lehrstellen abzufangen. "Es braucht rasch Maßnahmen, um Überbrückungssysteme, wie Produktionsschulen und überbetriebliche Ausbildungsstätten auszubauen. Trotzdem darf auch die Förderung der betrieblichen Ausbildung nicht außer Acht gelassen werden. Sie ist die Basis der hohen Qualität österreichischer Wirtschaftsleistungen," so Moser.

Besorgniserregende Situation für über 18-Jährige

Auch für die über 18-Jährigen ist die Situation am Arbeitsmarkt besorgniserregend. "Atypische Beschäftigungen sind für Junge heute schon fast die Regel. Hohe Flexibilität und wenig soziale Sicherheit gehören zu ihrem Alltag. Allerdings sieht man in der Krise, dass ohne entsprechende Absicherung der Absturz schnell geht. Startups gehen unter, freie Mitarbeiter verlieren als erste Job und Einkommen." Es brauche dringend Hilfe, Zukunftsängste zu nehmen und Chancen wieder greifbar zu machen.

Aktuelle sind alle Familie sehr gefordert, ihre Kinder mit Nachhilfe und dergleichen zu fördern. Für benachteiligte Jugendliche ist die Lage noch einmal schwieriger. "Es ist fatal, wenn junge Menschen, die ohnedies einen schwierigen Start ins Leben haben, keine Aussicht auf einen Job bekommen", sagt Moser. "Dann sind Folgeprobleme vorprogrammiert: Existenzängste und Zukunftssorgen gepaart mit Hoffnungslosigkeit und Perspektivenlosigkeit verstärken psychische Probleme und entsprechende Verhaltensweisen zwischen Depression und Aggression", so Moser.

Spezielle Unterstützungsmaßnahmen gefordert

Moser fordert daher: "Für diese Jugendlichen braucht es dringend spezielle Förder- und Unterstützungsmaßnahmen, etwa durch Verlängerungen der Kinder- und Jugendhilfe-Maßnahmen oder durch Hilfe bei der Suche nach günstigen Sozialwohnungen".

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(Red)

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