Arbeitskonflikt bei Siemens droht zu eskalieren

Die Verschnaufpause im Arbeitskonflikt um 2.400 Mitarbeiter der Siemens-Softwaresparte PSE in Österreich dauerte nur kurz. Wie am Wochenende bekannt wurde, plant der Münchner Konzern eine neue zentrale Struktur für den Softwarebereich.

Das geplante Software-Haus soll dann 3.000 Entwickler haben. Weltweit umfasst die Softwareentwicklung aber laut PSE-Österreich-Betriebsratschef Ataollah Samadani 7.000 “Siemensianer”.

Wie berichtet sollen in Österreich weitere 475 Mitarbeiter – 500 mussten bereits gehen – laut Belegschaftsvertretung abgebaut werden. Dagegen hatten die Mitarbeiter erst zuletzt in Wien-Floridsdorf protestiert. Daraufhin wurde eine Unterredung zwischen Österreich-Chefin Brigitte Ederer und Samadani vereinbart. Das Treffen findet am Dienstag statt, doch Samadani setzt darauf, nach der jüngsten Entwicklung, wenig Hoffnung. “Ich habe erfahren, dass danach eine Führungskräftesitzung anberaumt wurde, offensichtlich sollen dabei schon Tatsachen geschaffen werden”, so Samadani am Montag auf APA-Anfrage.

Der Betriebsrat hat daher vorerst für Dienstagnachmittag eine Betriebsversammlung in Wien-Favoriten anberaumt. “Diese Vorgehensweise, am selben Tag nach einem Erstgespräch mit dem Betriebsrat die Führungskräfte durch den neuen Vertreter des Stammhauses zu informieren, lässt den Schluss zu, dass für den Vorstand das Gespräch mit der Belegschaftsvertretung nur formalen Charakter hat und an ernsthaften Lösungen kein Interesse besteht, da die Ergebnisse offensichtlich schon feststehen”, so Samadani.

 

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