Anwalt beklagt "Verschwörung des Schweigens"

Der serbische Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, hat sich über eine "Verschwörung des Schweigens" beklagt, die zur Freilassung zweier Polizisten beigetragen hatte, die für Ermordung von US-Bürgern kosovo-albanischer Abstammung angeklagt wurden.

Am Dienstag hatte ein Gericht in Belgrad zwei ehemalige Polizisten in einem Verfahren wegen des Mordes an drei US-Bürgern kosovo-albanischer Abstammung im Jahr 1999 freigesprochen. Er könne nur sagen, dass man früher auch in den Fällen, in welchen Polizisten auf der Anklagebank saßen, die Verschwörung des Schweigens bemerkt habe, sagte Vukcevic dem TV-Sender B-92.

Vukcevic hat nun die Fortsetzung der Ermittlungen im Fall der Gebrüder Bitiqi angekündigt, um jene Personen zu finden, die sie erschossen hatten.

Die Leiterin des Belgrader Fonds für humanitäres Recht, Natasa Kandic, die im Fall Bitiqi die Familien der Mordopfer vertreten hatte, hatte sich im Frühjahr aus dem seit 2006 laufenden Verfahren zurückgezogen. Sie argumentierte ihre Entscheidung mit dem Ausbleiben von Vorwürfen gegen höhere Polizeiränge, von welchen der Mordauftrag offenbar gekommen worden war. Das Gerichtsverfahren sei gänzlich blockiert worden, kein Gericht habe dagegen etwas tun können, sagte Kandic dem Belgrader Sender.

Die Gebrüder Agron, Mehmet und Ilir Bitiqi waren während des Kosovo-Krieges (1998/99) Angehörige der sogenannten Atlantik-Brigade der UCK, die für die Unabhängigkeit des Kosovo kämpfte. Sie wurden nach Kriegsende im Juli 1999 wegen illegalen Aufenthaltes in Serbien festgenommen und zu einer zweiwöchigen Haftstrafe verurteilt. Nach der Freilassung aus dem Gefängnis im südserbischen Prokuplje wurden die Brüder von den am Dienstag freigesprochenen Polizisten im Auftrag des damaligen stellvertretenden serbischen Innenministers Vlastimir Djordjevic auf den Stützpunkt einer Polizei-Sondereinheit bei Kladovo in Ostserbien gebracht, wo sie ermordet wurden. Ihre Leichen wurden im Frühjahr 2001 in einem Massengrab auf dem Übungsplatz Petlovo Selo entdeckt.

Djordjevic hat sich aktuell wegen Kriegsverbrechen im Kosovo vor dem Haager UNO-Tribunal zu verteidigen.

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