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"Antifa" blockierte wieder Vorlesung von FPÖ-Historiker Höbelt in Wien

Die "Antifaschistische Blockade" versperrte auf der Uni Wien den Weg zur Vorlesung von Lothar Höbelt.
Die "Antifaschistische Blockade" versperrte auf der Uni Wien den Weg zur Vorlesung von Lothar Höbelt. ©ÖH WIen
Die Vorlesung des FPÖ-Historikers Lothar Höbelt konnte am Mittwoch an der Uni Wien nicht stattfinden, da eine Störaktion Vermummter anderen Studenten den Weg versperrte.
Stör-Aktion in Vorlesung

Die Vorlesung von FPÖ-Historiker Lothar Höbelt an der Uni Wien wurde in diesem Semester bereits mehrmals von Demonstranten gestört. Am gestrigen Dienstagnachmittag musste sie wegen einer "antifaschistischen Blockade" erstmals abgesagt werden. Rund 100 großteils vermummte Demonstranten hatten laut Rektorat die Hörsaal-Eingänge blockiert, es soll auch zu tätlichen Übergriffen gekommen sein.

Polizei in Uni Wien gerufen

Nachdem es auf der Stiege vor dem Hörsaal-Eingang zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sei, habe der Sicherheitsdienst die Polizei gerufen, berichtete eine Sprecherin der Uni im APA-Gespräch. Um eine Eskalation zu verhindern, sei die Vorlesung schließlich abgesagt worden. Im Rektorat hofft man darauf, dass die gestrigen Tumulte ein einmaliges Ereignis bleiben. "Protest und Protestaktionen sind Teil der Universitätskultur - Vermummung und Gewaltbereitschaft dürfen dies aber niemals sein." Schon in den vergangenen Wochen hatten Demonstranten Höbelts Vorlesung gestört und etwa im Hörsaal Banner mit der Aufschrift "Kein Raum für Nazis an der Uni" hochgehalten. Man suche nun nach einem Weg, wie die Vorlesung in Zukunft "ungestört stattfinden kann".

Die Protestaktion am Dienstagnachmittag war laut Aussendung der HochschülerInnenschaft (ÖH) Uni Wien Teil einer "antifaschistischen Kampagne" der Studierendenvertretung und weiterer linker Gruppen. Diese richte sich auch "gegen den Akademikerball, den 'Farben-Bummel' (Versammlung deutschnationaler Burschenschafter vor dem Uni-Haupteingang jeden Mittwoch, Anm.) und andere rechtsextreme Auswüchse an der Universität Wien". Man werde so lange weitermachen, bis die Uni Wien "endlich ein Zeichen gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus setzt und rechtsextreme Aufmärsche unterbindet".

ÖH Wien wirft Höbelt Holocaust-Verharmlosung vor

Die ÖH Uni Wien erneuerte auch ihre Forderung nach einer Entlassung Höbelts, sie wirft ihm rechtsextremes Gedankengut und Holocaust-Verharmlosung vor. Dass "rechtsextreme Gruppen" nach den früheren Störaktionen "Saalschutz" für Höbelt gefordert haben, interpretiert sie außerdem als "Gewaltandrohung" gegen Studierende, "die nicht ins rassistische, sexistische und antisemitische Weltbild der Rechtsextremen passen".

Lukas Heim, Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) und einer der Hörer der Höbelt-Vorlesung, berichtete am Mittwoch in einer Aussendung, er sei mit rohen Eiern beworfen worden. Ein Video, auf dem ein junger Mann von einem Ei getroffen wird, wurde auch von der "autonomen Antifa" auf Twitter geteilt. Heim schildert außerdem, er sei "bespuckt und mit Tritten und Schlägen attackiert" worden. Noah Scheer, Präsident der Österreichischen HochschülerInnen (JöH), berichtete unterdessen, dass ein Besucher der Höbelt-Vorlesung während der Protestaktion "Juden raus" skandiert habe. Die linken Demonstranten hätten ihn mit "Nazis raus!" "übertönt".

Kickl ortet "linksextremistische Kräfte"

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl nimmt angesichts der Störaktionen gegen Höbelt Wissenschaftsminister Heinz Faßman (ÖVP) in die Pflicht. In einer Pressekonferenz richtete Kickl am Mittwoch den "dringenden Appell" an Faßmann, dem "Treiben linksextremistischer Kräfte" ein Ende zu setzen. Für Kickl ist es untragbar, wenn ein Uni-Professor seine Vorlesungen nicht ungestört halten kann. Er forderte den Minister auf, "vom ersten Gang in den zweiten oder dritten hochzuschalten."

Auch an die neue Justizministerin Alma Zadic (Grüne) richtete der FPÖ-Klubobmann einen Appell. Zadic solle "die Lücke im Regierungsprogramm schließen" und auch den Linksextremismus bekämpfen. Andernfalls hätte man das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen werde. Kickl verwies darauf, dass nicht nur Zadic Opfer von Hasspostings sei.

(APA/red)

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