Ant-Man And The Wasp - Kritik und Trailer zum Film

Es gibt kleinere und größere Superhelden. Stärkere und schwächere. Einen so winzigen Helden wie den Ant-Man aber, der zuweilen kaum größer ist als ein kleines Insekt, den hatte das Kino lange nicht erlebt. Wieder ist es Paul Rudd ("Trauzeuge gesucht!"), der den Insektenmann mimt. An seiner Seite spielen Darsteller wie Michael Douglas, Laurence Fishburne, Evangeline Lilly und einige mehr. Die Regie des Marvel-Films stammt erneut von Peyton Reed.

Zuletzt hatte man bei Marvel oft den Eindruck, es müsse immer mehr sein: Stärker, lauter, bombastischer. Während die Comicverfilmungen längst im Mainstream angekommen sind, versuchen die Macher, diesem immer wieder zu entkommen. Mit “Ant-Man and the Wasp” versucht Regisseur Peyton Reed, wie auch in Teil 1, kleiner zu treten – was ihm in mehr als nur einer Hinsicht gelingt. Ab Donnerstag im Kino.

Ant-Man And The Wasp – Kurzinhalt zum Film

Die Handlung spielt nach dem zweiten Captain America Film “Civil War”. Scott Lang (Paul Rudd), ein ehemaliger Verbrecher, der im ersten Teil den “Ant-Man” Anzug von Wissenschafter Hank Pym (Michael Douglas) anvertraut bekommen hat, leidet unter den Nachwehen des Kampfes: Er hat Hausarrest. Durch eine elektronischen Fußfessel ist Scott an sein Haus gebunden. Und auch wenn er seine Tochter regelmäßig sieht und mit ehemaligen Verbrecherkollegen in einer Sicherheitsfirma arbeitet, haben sich Pym und seine Tochter, Hope van Dyne (Evangeline Lilly) nach Scotts Alleingang mit den Avengers ihm abgewandt.

Doch die beiden brauchen Scott. Denn nur er, der einen Aufenthalt im Quantenraum überlebt hat, kann die verschwundene Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer), Hopes Mutter und ehemalige Partnerin von Pym alias “The Wasp” lokalisieren. Ein Quanten-Tunnel soll das ermöglichen. Diesen braucht auch Ghost, eine rätselhafte Erscheinung, die zwischen den Quantenzuständen wechselt, um ihre Schmerzen zu beenden. Oder um es mit Scotts Worten zusammen zu fassen: “Müsst ihr eigentlich das Wort ‘Quanten’ vor alles setzen?”

Die “Ant-Man”-Reihe spielt in einer anderen Dimension als die übrigen 18 Blockbuster des Marvel Cinematic Universe. Besonders der zweite Teil. Nicht nur, weil Charaktere sich auf Ameisengröße schrumpfen oder in das Reich der Quanten eintreten – sondern weil es bei “Ant-Man” nicht um das große Ganze geht. Es geht nicht darum, die gesamte Menschheit vor dem personifizierten Bösen zu retten. Vielmehr handelt der Film von Familie, es geht um die Rettung der eigenen, kleinen Welt.

Ant-Man And The Wasp – Die Kritik

Es scheint, als würde sich Marvel nach dem (wohl vorübergehenden) Tod der Hälfte aller Figuren in “Avengers: Infinity War” in eine Art Biedermeier zurückziehen. Weg von Schein und Repräsentation, hin zum Leben in den eigenen vier Wänden. Es braucht nicht immer Kämpfe um alles, es müssen sich nicht stets diverse Avengers bekriegen oder gegen das unbezwingbare Böse kämpfen. Manchmal reichen auch Spielzeugautos, Ameisen und lustige Sidekicks wie der gesprächige Gangster Luis (Michael Pena), um das Publikum zu begeistern. Nicht umsonst hat der Film an den ersten zwei Wochenenden in Nordamerika rund 105 Mio. US-Dollar eingespielt.

Wie auch der erste Teil ist die Fortsetzung bizarr und nimmt sich selbst nicht so ernst. Ein Schnitzelklopfer wird zur Waffe, ein Hochhaus zum handlichen Trolley, die Flucht gelingt in Spielzeugautos. Vor hochtechnologischer Kulisse und im Gegensatz zu Marvels anderen Helden wirkt Scott als Ant-Man noch mehr wie ein vom Glück gesegneter Tollpatsch. Deutlich wird das auch durch die direkte Gegenüberstellung zur professionell trainierten Hope als “Wasp”. Scott stolpert durch die Einsätze, sie ist strukturiert. “Wasp” hat einen Anzug mit Flügeln, Scott muss weiter auf leicht verwundbare Ameisen zurückgreifen. Sein Anzug ist nicht voll funktionstüchtig, was grotesk wird, wenn Scott unkontrolliert zwischen Godzilla und Vorschulkind-Größe wechselt.

“Ant-Man and the Wasp” eröffnet keine neuen Welten und könnte ohne der vereinzelt eingestreuten Anspielungen auf die Avengers auch für sich selbst stehen. Darin liegt seine Stärke. Es ist ein actionreicher Film, der sich vor allem durch die fantastische Inszenierung der wechselnden Größenverhältnisse und charmante Verschrobenheit auszeichnet und zeigt: man kann auch alleine etwas bewirken – selbst wenn man noch klein ist.

>> Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Kinostarts
  • Ant-Man And The Wasp - Kritik und Trailer zum Film
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen