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Anstieg tätlicher Übergriffe auf Wiener Öffi-Mitarbeiter im Jahr 2014

Besonders Kontrollore sind von Gewalt betroffen - in den Straßenbahnen sorgen neue Fahrerkabinen für mehr Sicherheit
Besonders Kontrollore sind von Gewalt betroffen - in den Straßenbahnen sorgen neue Fahrerkabinen für mehr Sicherheit ©Wiener Linien/Johannes Zinner / Wiener Linien / Thomas Jantzen
Besorgnis erregender Trend: Die tätlichen Übergriffe auf Mitarbeiter der Wiener Linien sind im Vorjahr merkbar angestiegen. So kam es insgesamt zu 100 Zwischenfällen - und damit um 29 mehr als noch 2013. Besonders betroffen waren Ticketkontrolleure.
Sicherheitspaket für Mitarbeiter
Mit Schlagstock schwer verletzt
Messer-Attacke auf U6-Wart
Busfahrer niedergeschlagen
Bim-Fahrer brutal attackiert
95 Schwarzkappler angegriffen

Über diese Bilanz berichtete Geschäftsführer Eduard Winter am Donnerstag vor Journalisten. Winter betonte aber, dass die Durchschnittszahl über einen längeren Zeitraum betrachtet stabil sei.

Gewalt gegen Schwarzkappler

Mit 49 Fällen betrafen rund die Hälfte der gewalttätigen Vorkommnisse des vergangenen Jahres “Schwarzkappler”. 2013 lag diese Zahl noch bei 28. Außerdem waren 21 Straßenbahnfahrer (2013: 12) und 18 Buslenker (2013: 14) Opfer von Angriffen. Acht bzw. vier Vorfälle richteten sich gegen Stationswarte und U-Bahn-Fahrer. Heuer kam es laut Wiener Linien bis dato zu 19 Übergriffen.

Winter sprach im Hinblick auf den Anstieg im Vorjahr von “statistischen Ausreißern”. Tatsächlich hätten sich die Attacken gegen das Öffi-Personal sogar leicht rückläufig entwickelt, versicherte er. Und das, obwohl die Zahl der Fahrgäste sowie der durchgeführten Fahrscheinkontrollen deutlich angestiegen seien.

Brutale Attacken gegen Öffi-Lenker

Vor allem im Vorjahr sorgte eine Serie brutaler Attacken gegen Öffi-Lenker für Schlagzeilen und einen Aufstand des Wiener-Linien-Betriebsrats, der aus Protest an einem Tag sogar den Frühverkehr bestreikte. Die Geschäftsführung kündigte daraufhin an, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zu setzen. Gemeinsam mit der Personalvertretung einigte man sich auf ein Fünf-Punkte-Programm.

Straßenbahnen werden umgerüstet

Winter sagte heute, dass die Umsetzung zügig voranschreite. So wurde bereits rund die Hälfte der alten Straßenbahnen vom Typ E2 mit geschlossenen Fahrerkabinen ausgestattet, die Nachrüstung der Videoüberwachung in diesem Bereich wird ebenfalls schrittweise aufgestockt. Außerdem kämen in den Abend- und Nachtstunden vorrangig Bims und Busse mit moderner Überwachungstechnik zum Einsatz. Noch im Laufe des Jahres sollen die einzelnen Punkte großteils abgeschlossen, spätestens 2017 dann das ganze Paket umgesetzt sein.

Präventionsmaßnahmen der Wiener Linien

Zusätzlich betonte man, dass diverse Präventionsmaßnahmen schon seit Jahren eingesetzt würden. So durchläuft etwa jeder Mitarbeiter, der im Außendienst unterwegs ist, seit 2006 ein verpflichtendes Deeskalationstraining. “Hier lernt man, kritische Situationen schon möglichst vorher zu erkennen und abzuwenden”, erklärte Michael Kiss, Leiter des Referats Arbeitspsychologie der Wiener Linien. Solle tatsächlich etwas passieren, steht den Betroffenen ein Kriseninterventionsteam zur Verfügung. Insgesamt 25 Leute kümmern sich um die psychologische Betreuung, wobei das freiwillige Angebot rund 60 Prozent der Betroffenen annehmen, berichtete Kiss.

(apa/red)

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