Anschober fordert strikteres Contact Tracing ein

Gesundheitsminister Anschober fordert striktes Contact Tracing ein.
Gesundheitsminister Anschober fordert striktes Contact Tracing ein. ©APA/BARBARA GINDL (Symbolbild)
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstagnachmittag ein strikteres Kontaktpersonennachverfolgen im Kampf gegen das Coronavirus eingefordert.

"Wenn es in einzelnen Regionen Probleme beim Contact Tracing gibt, appelliere ich dringend, die Unterstützung der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Anm.) anzufordern. Genau dafür haben wir die Task-Force der AGES gegründet", betonte der Minister.

Anschober fordert strikteres Contact Tracing

Darüber hinaus bekräftigte Anschober die Notwendigkeit eines Sicherungsnetzes zur Begrenzung regionaler Hotspots, das man am vergangenen Montag bei Beratungen mit Experten und den Landeshauptleuten fixiert habe. "In Planung ist eine Verordnung zu verpflichtenden Ausreisetestungen in Bezirken und/oder Gemeinden mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 400. Vorbild dafür ist jene Maßnahme in Tirol, die sich in den vergangenen 20 Tagen sehr gut bewährt hat", stellte Anschober fest. Dies habe "zu einer massiven Steigerung der Tests geführt und wesentlich dazu beigetragen, dass die Verbreitung der südafrikanischen Variante massiv verringert werden konnte".

Entscheidungen zu Ausreisetestungen

Vorerst noch unklar war, wann die Verordnung erlassen und wann sie in Kraft treten wird. Was die politischen Bezirke betrifft, wären von Ausreisetestungen derzeit die zweitgrößte niederösterreichische Stadt Wiener Neustadt (488,8), der Kärntner Bezirk Hermagor (670,2) und der Salzburger Pongau (516,0) betroffen, wo die Sieben-Tages-Inzidenzen mit Stand Donnerstag, 14.00 Uhr deutlich über 400 lagen. In den im Pongau gelegenen Gemeinden Radstadt und Bad Hofgastein, die zuletzt einen extremen Anstieg bei den Coronavirus-Infektionen zu verzeichnen hatten, tritt am Freitag für zwei Wochen eine Ausreisebeschränkung in Kraft. Die Gemeinden dürfen dann nur mehr mit einem negativen Corona-Test verlassen werden.

Schneeberger bittet um Verstärkung

Noch am Donnerstagabend hat Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) reagiert. In einem der APA vorliegenden Schreiben an Anschober hielt er fest, "darüber informieren" zu müssen, "dass in einer Stadt mit 50.000 Bewohnerinnen und Bewohnern, täglich 21.000 Aus- und 20.600 Einpendlern, 15.000 Passagieren des Öffentlichen Nahverkehrs, einer Hauptdurchzugsstraße mit 28.000 Kfz und als Verkehrsknotenpunkt für die gesamte Region diese Maßnahme ohne zur Verfügung Stellung von ausreichend zusätzlichem Personal nicht durchführbar ist". Aus dem Personalstand des Magistrats sehe er sich außerstande "dieses für die Kontrollen aufzustellen", so der Stadtchef. "Es wäre also notwendig, dass Ihr Ministerium über das Innenministerium ausreichend Kräfte zur Verfügung stellt."

Schneeberger betonte, dass er "selbstverständlich alle Maßnahmen umsetze und mittrage, die zu einem Sinken der Covid-19-Infektionen führen". Als mit dem Vollzug beauftragte Behörde ersuchte er jedoch gleichzeitig, "den Unterschied zwischen einem ländlichen Bezirk und einer urbanen Stadt zu berücksichtigen" und "um eine in der Praxis vollziehbare Verordnung". Ähnlich äußerte sich Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). "Wir werden uns dagegen nicht wehren, aber wir werden Hilfe brauchen", sagte sie in der ZiB2 des ORF.

(APA/red)

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