"Anschlag": Kommunistisches Lokal in Wien-Ottakring beschädigt

Das beschädigte kommunistische Lokal in Wien-Ottakring
Das beschädigte kommunistische Lokal in Wien-Ottakring ©APA/Ottakringer Arbeiterbildungsverein/OABV
Spekulationen um "Anschlag": In der Nacht auf Freitag ist in Wien-Ottakring die Scheibe eines Lokals beschädigt worden, in dem mehrere kommunistische Organisationen und ein Arbeiterbildungsverein untergebracht sind.

Während die Betroffenen von einem “Anschlag” sprachen und diesen “vermutlich Rechtsradikalen” zuschrieben, hieß es seitens der Polizei, es gebe derzeit keinen Hinweis auf ein politisches Motiv.

Sachbeschädigung an Kommunisten-Lokal

Fest steht, dass es im Gebäude in der Rankgasse 2 zwischen Donnerstag, 20.00 Uhr, und Freitag, 8.00 Uhr, zu einer Sachbeschädigung gekommen ist. “Bei einem Fenster wurde die äußere Doppelverglasung beschädigt. Es handelt sich um kein Einschussloch. Offenbar wurde versucht, die Scheibe einzuschlagen”, meinte Barbara Riehs von der Wiener Landespolizeidirektion gegenüber der APA. Eine Anzeige gegen unbekannte Täter liege vor, das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) habe die Ermittlungen übernommen.

Die Organisationen hinter dem Vereinslokal

Das Lokal ist Sitz der Partei der Arbeit (PdA), der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative, des Ottakringer Arbeiterbildungsvereins (OABV) und der kommunistischen Jugendorganisationen KJÖ und KSV. OABV-Obmann Gerhard Bruny zeigte sich am Samstag in einer Presseaussendung ebenso empört wie andere betroffene Funktionäre: “Seit acht Jahren betreiben wir das Vereinslokal und bieten dort eine Plattform für fortschrittliche Politik im guten Einvernehmen mit der Nachbarschaft.Der feige Anschlag deutet auf die steigende Radikalität faschistischer und rechter Gruppierungen in Wien hin. Wir erwarten uns volle Aufklärung durch die Sicherheitsbehörden.”

“Mutmaßung”: Polizei glaubt nicht an Anschlag

Bei der Polizei sichert man diese zu, hält einen Anschlag vorerst aber für “reine Mutmaßung”. Außerdem gibt man zu bedenken, dass in Ottakring – in dem Bezirk leben zahlreiche Bewohner aus dem ehemaligen Jugoslawien – am Donnerstagabend eine Art “Ausnahmezustand” geherrscht habe.

In etlichen Lokalen wurde das Auftakt-Match zur Fußball-WM zwischen Brasilien und Kroatien übertragen, das nicht zuletzt aufgrund einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung für die Kroaten verloren ging. Es sei denkbar, dass ein kroatischer Fan am Nachhauseweg aus Frust seine Faust oder einen stumpfen Gegenstand gegen die Fensterscheibe gedonnert habe.

(apa/red)

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