Anschlag in Wien: Zeugen berichten von den Schüssen

Augen- und Ohrenzeugen berichten von den Schüssen.
Augen- und Ohrenzeugen berichten von den Schüssen. ©APA
Montagabend kam es zu einem Anschlag mit Schüssen in Wien. Augen- und Ohrenzeugen berichten von den Vorfällen in der Innenstadt.
Anschlag in Wien
Bilder vom Polizeieinsatz

"Es hat sich nach Krachern angehört", schilderte ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, in einer Sonderausgabe der ORF-Sendung "Zeit im Bild". "Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) 'Roter Engel' von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen."

Augenzeugen berichten von "mindestens 50 Schüssen". Es waren Bilder von mindestens einem Verletzten zu sehen, der vor einem Lokal blutend am Boden lag und versorgt wurde.

Ohrenzeuge: "Die Ängste sind ein Wahnsinn"

Von den Schüssen bei der Terrorattacke in der Wiener Innenstadt überrascht wurde auch ein 53-jähriger Niederösterreicher, der Montagabend am Hohen Markt in einem Lokal ein Geschäftsessen hatte. "Wir haben die Schüsse gehört, und dann hat es geheißen, Licht aus, Türen zu", berichtete der 53-Jährige im Gespräch mit der APA. Daraufhin hatten sich alle Gäste auf den Boden gelegt. "Die Ängste unter den Gästen sind ein Wahnsinn." Verletzt wurde niemand in dem Restaurant.

Passanten wurden ebenfalls ins Lokal gebracht

Ein Großaufgebot von Polizisten kümmerte sich um die Menschen in dem Lokal. Auch Passanten, die auf der Straße unterwegs waren, sollten in das Restaurant gebracht werden, um in Sicherheit zu sein. Dieser Plan wurde dann allerdings wieder geändert. Kurz nach 22.00 Uhr kam es laut dem Niederösterreicher zu einer Entspannung der Lage, die Polizisten wurden von dort wieder abgezogen. Der Bereich galt laut dem 53-Jährigen als gesichert. Die Beamten riefen die Menschen auf, die Wiener Innenstadt zu verlassen.

"Es hat sich nach Krachern angehört"

"Es hat sich nach Krachern angehört", schilderte ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, in einer Sonderausgabe der ORF-Sendung "Zeit im Bild". "Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) 'Roter Engel' von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen."

"Verlassen Sie den ersten Bezirk!"

Die Lage in der Wiener Innenstadt nach dem Terroranschlag war am Montagabend unklar. Die Polizei wies alle Passanten an, den ersten WienerGemeindebezirk zu räumen. "Verlassen Sie den ersten Bezirk!", riefen schwer bewaffnete Polizisten in Schutzausrüstung Radfahrern, Spaziergängern und Passanten zu.

Auch Fahrzeuge wurden angewiesen, umzudrehen. "Es gibt einen Terroranschlag", so die allgemeine Auskunft. Relativ rasch kehrte gespenstische Stille ein, Bundeskanzleramt und Bundespräsidentschaftskanzlei waren verweist, keine Polizisten ohne Schutzausrüstung, keine Menschen auf der Straße. Der Innere Bezirk wurde weitläufig abgesperrt.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch auf der Mariahilfer Straße. Was in einem Lokal nahe der Mariahilfer Kirche passierte, war unklar. Die Polizei sperrte die Straße wieder weiträumig ab, Passanten wurden weggeschickt, der Polizeihubschrauber kreiste. "Verlassen Sie die Straße, suchen Sie Schutz in Gebäuden!", forderte die Polizei via Lautsprecher die Passanten auf. Die Stimmung war angespannt, Menschen schrien einander gegenseitig an, die Straße zu verlassen.

"Beängstigende Situation"

In einem Lokal am Schwedenplatz ist der Ybbser Bürgermeister Abg. Alois Schroll (SPÖ) zum Augenzeugen des Polizeieinsatzes nach dem Anschlag in der Wiener City geworden. Es handle sich um eine "beängstigende Situation", sagte er - wie zuvor zur "ZIB spezial" - am Telefon zur APA. "Wir wissen nicht genau, was um uns herum passiert."

Er sitze mit Freunden in dem Lokal fest, teilte Schroll mit. Die Türen seien verschlossen und draußen unzählige Blaulichter zu sehen. "Niemand darf hinein oder hinaus." Gäste in dem Lokal hätten auch Weinkrämpfe erlitten, berichtete der Politiker. An die Einsatzkräfte, "die ihr Leben riskieren", richtete Schroll ausdrücklich seinen Dank.

"Licht aus" in Fitnessstudio in Innenstadtnähe

Dutzende Personen sind am Montagabend in einem Fitnessstudio im Einkaufszentrum The Mall in unmittelbarer Nähe zur Wiener Innenstadt von dem Anschlag im Herzen der Bundeshauptstadt überrascht worden. Kurz nach 21.00 Uhr gingen plötzlich die Lichter aus, um nicht eine Zielscheibe für mögliche in der Nähe befindliche Attentäter zu bieten. Im Nu machten Informationen vom blutigen Geschehen die Runde, in sozialen Medien kursierte auch Bildmaterial.

Viele Sportler reagierten beinahe panisch und verließen fluchtartig die Einrichtung. Andere wiederum hatten Angst, ins Freie zu gehen und harrten bei Notlichtbeleuchtung aus. Hubschrauber kreisten in der Luft, immer wieder war das Folgetonhorn von Einsatzkräften zu hören. Nach einiger Zeit erschienen zwei Security-Kräfte des Einkaufszentrums, das aufgrund der Gefährdungslage längst geräumt worden war, und forderten die Sportler zum Gehen auf. Die, die verängstigt waren bzw. die Innenstadt passieren hätten müssen, um nach Hause zu gelangen, durften nach einigem Hin und Her dann doch bleiben.

Kurz vor Mitternacht war das Grätzel um den Bahnhof Wien-Mitte sehr belebt. Viele, vor allem junge Leute hatten die Stunden vor dem Lockdown bei den milden Temperaturen noch im Freien verbringen wollen. Polizeikräfte sperrten die Weiskirchnerstraße und die Marxergasse und damit die Zutrittsmöglichkeiten zur Innenstadt ab, auch Fußgänger und Radfahrer durften nicht passieren.

(APA/Red)

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