Angeschlagener Nadal in Melbourne gescheitert

Nadal, die Nummer eins der Tennis-Welt, ist am Mittwoch bei den Australian Open ausgeschieden. Der Spanier musste sich in Melbourne im Viertelfinale seinem Landsmann David Ferrer geschlagen geben.

Nadal war durch eine in der Anfangsphase des Spiels erlittene Oberschenkelverletzung beeinträchtigt und beim 4:6,2:6,3:6 chancenlos.

Durch die Niederlage musste Nadal seinen Traum vom vierten Grand-Slam-Titel in Folge (“Rafa Slam”) nach Paris, Wimbledon und New York begraben. Das Kunststück, amtierender Sieger von allen vier Grand-Slam-Turnieren zu sein, gelang somit weiterhin zuletzt 1969 Rod Laver, dem Namensgeber der Arena in Melbourne.

Nadal, Australien-Sieger 2009, stellte dennoch unter Beweis, dass er ein wahrer Champion ist. Zwischendurch kämpfte der 24-Jährige immer wieder mit den Tränen, spielte die 2:33 Stunden dauernde Partie aber zu Ende. Australien 2010 hatte für Nadal sehr ähnlich geendet: Knieverletzung, Out im Viertelfinale gegen Andy Murray.

“Ich habe mich nicht sehr gut gefühlt”, sagte Nadal, der jedoch ansonsten nicht viel über sein Handicap sprechen wollte. “Aus Respekt vor dem Gewinner und einem guten Freund möchte ich lieber übers Match sprechen. Wenn ich verliere, heißt es immer, dass ich ein Problem hatte. Dieses Image möchte ich nicht, ich habe heute mein Bestes gegeben”, so Nadal.

Ferrer, der davor siebenmal in Folge gegen Nadal verloren hatte, nutzte die Gunst der Stunde, schoss 44 Winner und trifft im zweiten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere auf Murray. “Rafa ist ein Gentleman. Er hat das Match trotz Verletzung fertig gespielt”, zollte Ferrer seinem Freund Respekt. “Ich habe versucht, aggressiv und mit vielen Netzangriffen zu spielen. Wenn Rafa nicht verletzt gewesen wäre, hätte ich aber sicher nicht in drei Sätzen gewonnen. Das Erreichen des Halbfinales ist großartig, aber das war kein echter Sieg heute”, meinte Ferrer, ebenfalls ganz Gentleman.

Der Schotte Murray, im Achtelfinale Bezwinger von Jürgen Melzer, setzte sich gegen den ungesetzten Ukrainer Alexander Dolgopolow mit 7:5,6:3,6:7(3),6:3 durch. Großbritannien darf daher weiter vom ersten Grand-Slam-Titel bei den Herren seit 75 Jahren träumen. Im zweiten Herren-Halbfinale treffen Roger Federer und Novak Djokovic aufeinander.

Bei den Damen lösten am Mittwoch Kim Clijsters und Vera Swonarewa das Halbfinal-Ticket. Swonarewa setzte sich gegen die Tschechin Petra Kvitova 6:2,6:4 durch, hatte jedoch wenig Grund zum Feiern. Nach dem Bombenanschlag auf dem Moskauer Flughafen spielte Swonarewa mit einer schwarzen Schleife auf ihrer Kappe und drückte danach den Angehörigen der Todesopfer ihr Mitgefühl aus. Clijsters fixierte das Duell mit Swonarewa durch ein 6:3,7:6(4) gegen die Polin Agnieszka Radwanska.

Die einheimischen Fans ließen sich ihren Nationalfeiertag (Australia Day) trotz eines Centre-Court-Spielplans ohne australische Beteiligung nicht vermiesen. Schließlich sind die australischen Tennis-Interessierten Trübsal inzwischen gewohnt. Zuletzt waren 2005 mit Alicia Molik und Lleyton Hewitt zwei Einheimische im Turnier so weit vorgestoßen, dass sie auch am 26. Jänner noch im Wettbewerb waren.

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