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Andreas Vitasek feierte Premiere mit "Sekundenschlaf" in Wien

Am Dienstagabend feierte "Sekundenschlaf", das mittlerweile zwölfte Programm von Andreas Vitasek im Wiener Rabenhof Theater Premiere.

Schon lange nicht mehr hat man Andreas Vitasek so wach und so am Punkt erlebt wie diesmal. Die ihm eigene sanfte Melancholie schimmert nur am Ende der ersten Programmhälfte im Wiener Rabenhof Theater etwas durch, ansonsten liefert der 57-jährige Wiener mit dem Hang zum treffsicheren Nebensatz eine pointierte und sympathische Mischung aus Alltags(selbst)beobachtungen und Anekdoten ab, teils satirisch bis bissig, teils entrückt bis sentimental, immer wieder mit einer Neigung zum politischen Statement.

Vitaseks “Sekundenschlaf” feierte Premiere

Vor allem zu Beginn konstatiert Vitasek, dass man tatsächlich in interessanten Zeiten lebe: Bei neuen technischen Geräten ist deren Zerstörung schon einkalkuliert, in der Wirtschaft wird nicht mehr gespart, sondern eingespart (“das eine heißt reduzieren, das andere eliminieren”), und wenn einer zum “Manager des Jahres” gekürt wird, kann man davon ausgehen, dass er ein paar Jahre später schon im Gefängnis sitzen wird. Vitasek bleibt stets streng subjektiv und seine Spitzen sitzen fast immer.

“Letztens war ich bei der Bank meines Vertrauens”, beginnt er etwa eine Anekdote – jedoch nicht ohne vor dem Weitererzählen trocken einzuschieben: “Das war eigentlich schon die Pointe.” Vitasek berichtet aber nicht nur von seinen Erlebnissen bei der Post, beim Elektronikhändler “Saturn” oder seinen Immofinanz- und Libro-Aktien, sondern widmet sich auch ausführlich dem Altern, seinen Haustieren (“die stummen Zeugen unseres Altwerdens”) und dem neuen Haus im Südburgenland.

Allein das Entsetzen in den Augen seiner Schildkröte beim Absturz aus dem Fenster oder die Funktionenumkehr bei der Freundschaft mit seinem Mops (“Ich bin der Wachmensch meines Hundes”) schildert Vitasek mit so großer Lust am Wortspiel und spielerischem Erzählen, dass nach der Pause kaum ein Auge trocken bleibt. Immerhin 70 Prozent der Geschichten seien autobiografisch, sagte er nach der Premiere der APA. “Den Rest schmücke ich aus wie ein orientalischer Märchenerzähler.”

(APA/Red)

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