"Andreas Hofer" in Altusried zeigt einen neuen Volkshelden

Bereits zum siebten Mal wird auf der Freilichtbühne des Allgäuer Festspielorts Altusried das Leben und Schicksal des Tiroler Volkshelden Andreas Hofer aufgeführt. Startschuss für die heurigen Festpiele ist der 20. Juni.

Bei den Freilichtspielen 1911 ließen die Altusrieder “Andreas Hofer” erstmals in seinen Kampf gegen Unterdrückung und Willkürherrschaft ziehen. Zuletzt war das Bühnenstück über den Freiheitshelden bei den Festspielen 1995 zu sehen. Den 200. Jahrestag des Tiroler Volksaufstandes von 1809 nahm die Theatergemeinde zum Anlass, Hofer erneut eine Inszenierung zu widmen. Zwischen 20. Juni und 30. August wird das Volksschauspiel 32 Mal auf der Naturbühne aufgeführt. Gut 500 der rund 10 000 Einwohner von Altusried wirken dabei mit, sagte Bayer. “Es ist beachtlich, mit welcher Begeisterung und welchem Engagement die Menschen hier die Freilichtspiele mitgestalten. Da hat man als Regisseur viel Freude.”

Mehr als zwei Jahrhunderte ist es her, dass sich Andreas Hofer für die Freiheit Tirols einsetzte und gegen Franzosen und Bayern kämpfte. “Er wollte die christliche und kulturelle Identität seines Volkes in einem Vielvölkerstaat bewahren, wollte nicht, dass den Tirolern ihre Eigenheiten genommen werden.” Der 61-jährige Regisseur sieht in dem historischen Stoff eine Thematik, die gut in die heutige Zeit passt. “Die Eigenheiten der einzelnen Länder sind doch das Spannende in einer Staatengemeinschaft. Es macht das Zusammenleben lebendiger und schöner.”

Bayer hat das Altusrieder Bühnenstück für seine Inszenierung neu überarbeitet, so dass das Publikum einen anderen Volkshelden als bisher kennenlernen wird. “Es gibt ein neues Buch über Hofer, das ein anderes Bild von ihm zeichnet. Darin ist die Zerrissenheit des Mannes beschrieben. Und die wollen wir auf der Bühne zeigen.” Neu ist laut Bayer auch die Musik, die als begleitendes, dramaturgisches Element eingesetzt werde. “Sie soll Katalysator für Emotionen sein. Manche Dinge kann man mit Musik besser ausdrücken als mit Worten.” Unter anderem werde ein Volkslied von 1809 zu hören sein, in dem das Verhältnis zwischen Tirol und Bayern besungen wird. Auf dieses Lied stieß Bayer bei Recherchen im Archiv für Volksmusik in Innsbruck.

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