Andrea Mayr: Rekord trotz Verletzung

Andrea Mayr muss nach Marathon unters Messer
Andrea Mayr muss nach Marathon unters Messer © APA
Andrea Mayr und Günther Weidlinger haben erst die 42,195 Kilometer beim Wien-Marathon absolviert und rückten dann mit ihren Krankengeschichten heraus.

Während die 29-Jährige mit österreichischer Rekordzeit von 2:30:43 Stunden siegte und sich nun im emotionalen Hoch operieren lässt (Knochenmarksödem mit Stressfraktur im Schienbein, gerissene Sehne, verletzte Achillessehne), verpasste der 31-Jährige als Neunter die 23 Jahre alte ÖLV-Bestmarke um 17 Sekunden, muss aber ebenfalls einen chirurgischen Eingriff vornehmen lassen (Leistenbruch).

Wider Erwarten ging es Mayr am Tag nach dem Marathon überraschend gut. “Der Fuß hat brav gehalten, damit habe ich nicht gerechnet”, sagte die Medizinerin, die einem Patienten mit solchen Verletzungen “nicht geraten hätte, zu laufen”. Sie sei aber sehr hart mit sich selbst und wurde dafür belohnt. “Sicher war ein Risiko dabei. Aber ich wusste, ich muss mich ohnehin operieren lassen, schlimmstenfalls wäre eine Akut-Operation daraus geworden”, hatte es Mayr nüchtern betrachtet. Sie hatte den Fuß fest getapt und ihm die Bewegungsfreiheit genommen, was ihr ein stabiles Laufgefühl gab. Außerdem hatte sie wochenlang gelernt, damit umzugehen.

Rückblickend betrachtet, seien das Schönste der Zieleinlauf und die Ehrenrunde gewesen. “Ich wusste auf der Zielgerade, der Rekord geht sich aus, aber wie komme ich da hin? Meine Beine waren so müde. Dann hatte ich eine Hormonausschüttung und die Ehrenrunde war richtig schön.” Am Dienstag hat sie einen Termin bei Dr. Alfred Engel, die Operation werde wohl so schnell wie möglich erfolgen, denn das läuferische Multitalent hat den WM-Marathon am 23. August in Berlin “noch nicht abgeschrieben”. Sollte sich der Marathon nicht ausgehen, ist auch ein Antreten über die 3.000 m Hindernis möglich.

Montagmittag stand aber erst einmal der traditionelle Besuch bei Bundespräsident Heinz Fischer auf dem Programm, auch Weidlinger und Männer-Sieger Gilbert Kirwa waren dazu eingeladen. Der Kenianer sorgte in 2:08:21 Stunden für die drittschnellste je in Wien aufgestellte Siegerzeit, mit Rennleiter Mark Milde gab es bereits erste Gespräche über eine Engagement in Berlin im Herbst. “Wien war ein solider erster Schritt für ihn, und es haben schon mehrere Läufer von Wien aus die Welt erobert”, sagte Milde über Kirwa, der sich im Elite-Debütantenfeld behauptete.

Termin für den Wien-Marathon 2010 ist der 18. April – und natürlich will man für den Zieleinlauf wieder den Heldenplatz zur Verfügung haben. Der Veranstalter wünscht sich diesbezüglich eine baldige Entscheidung der Stadt. “Es ist einer der großartigsten Zieleinläufe, die man sich vorstellen kann”, hofft auch Milde auf eine Fortsetzung des Erfolgskonzepts.

Mit dem sonntägigen Event war Veranstalter Wolfgang Konrad vollauf zufrieden. “Organisatorisch war alles tipptopp, absolut zufriedenstellend.” Dass es mit dem Rekord von Weidlinger so knapp nicht geklappt habe, sei “eine menschliche Geschichte”. “Aber wir haben mit Andrea Mayr auch auf ein weiteres richtiges Pferd gesetzt.”

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