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AMS-Kopf plädiert: Aktuelles Kurzarbeits-Modell beibehalten

Kopf möchte das aktuelle Modell beibehalten.
Kopf möchte das aktuelle Modell beibehalten. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die Arbeitslosigkeit ist in der Coronakrise besonders hoch. Das Instrument der Kurzarbeit federt sie etwas ab.

Die derzeitige Regelung läuft mit Ende März aus. AMS-Chef Johannes Kopf plädiert nun für eine Beibehaltung des derzeitigen Modells über das erste Quartal hinaus. "Ich glaube dass es auch im zweiten Quartal die Kurzarbeit mit der heutigen Regelung braucht, aber dass ab Sommer dann doch eine Veränderung nötig ist", sagte er am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal".

Kurzarbeit dürfe "notwendige Strukturreformen" nicht bremsen

Es dürfe nämlich nicht sein, dass die Kurzarbeit "notwendige Strukturreformen" bremst. "Daher braucht es auch ein Exit-Szenario aus der Kurzarbeit." Denn es gebe wohl Fälle, wo diese nur künftige Arbeitslosigkeit verdecke. Es sollten nicht Mitarbeiter in Bereichen "gehortet" werden, wo sie nach der Krise nicht mehr gebraucht werden. Hier sei es "gescheiter wenn Menschen arbeitslos werden und wo anders etwas finden - wenn der Aufschwung da ist", so Kopf, der hier etwa den Städte- und Kongresstourismus nannte, die besonders lange zum Erreichen des Vorkrisenniveaus brauchen dürften.

Wann der Aufschwung wirklich einzieht hängt vor allem von den Impfungen ab - wann wie viele Menschen immunisiert sind. Da es hier Unwägbarkeiten gibt, könne man nicht sagen wann der Aufschwung kommt, so der AMS-Chef.

Aktuell 460.000 Menschen in Kurzarbeit, 530.000 arbeitslos

Derzeit sind 460.000 Menschen in Kurzarbeit und 530.000 arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit werde im März im Vorjahresvergleich sinken. Aber nicht weil der Aufschwung schon da sei, sondern weil der erste Lockdown im Vorjahr für schlechte Arbeitsmarktdaten sorgte, so Kopf.

Um wieder möglichst viele Menschen in die Arbeit zu bringen wenn es endlich wieder wirtschaftlich richtig bergauf geht, seien Qualifizierungsmaßnahmen nötig.

Homeschooling bringt Gefahren mit sich

Aufgrund des Homeschoolings mit dem viele Kinder und Jugendliche nicht so gut zurechtkommen gebe es die Gefahr, dass die Zahl schlecht qualifizierter arbeitsloser junger Menschen steige, so Kopf. Das komplette Schuljahr würde er "vom Gefühl her" eher nicht wiederholen. Dafür gebe es zu viele, die doch ausreichend mit der Schulsituation klarkommen. "Ein Jahr wiederholen würde auch bedeuten, dass es null Lehrlinge gibt."

Zur Lehrstellenlücke von gut 3.000 Jugendlichen die keine Berufsausbildungsplatz finden sagte Kopf, dass diese über das überbetriebliche Ausbildungsnetz aufgefangen werden.

Kopf will Modell für Langzeitarbeitslose

Bezogen auf Langzeitarbeitslose plädierte Kopf für ein Modell, dass der ehemaligen "Aktion 20.000" - ein Steckenpferd von Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern - ähnlich sein solle, aber nicht zu ähnlich. Unter anderem sollte einerseits sollte die öffentliche Hand nicht 100 Prozent der Lohnkosten tragen. Zudem sollten die öffentlichen Mittel nicht nur vom AMS sondern auch aus Steuermitteln kommen.

Die von Teilen der Opposition geforderte Erhöhung des Arbeitslosengeldes will Kopf "gerne länger diskutieren", nicht während der Krise vom Zaum brechen. Grundsätzlich sei eine Erhöhung nötig. Einfach anheben könne man die Zahlung aber nicht - etwa auf 70 Prozent des Letztgehalts. "Gerade Niedrigverdiener bekommen schon bis zu 80 Prozent", sagte Kopf. Wenn man 70 Prozent zahle und zum Arbeitslosengeld auch weiter geringfügig bis zu 470 Euro dazuverdienen könne komme es zu einer "Höhe, die fast einer Vollzeitbeschäftigung entspricht und wir haben ein Arbeitsanreizproblem. Der Anreiz muss erhalten bleiben, daher muss man das umfangreicher diskutieren." Vorerst kann sich der AMS-Chef eine weitere Einmalzahlung an die Arbeitslosen in der Coronakrise vorstellen.

(APA/Red)

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