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Alles neu im Birdland

Joe Zawinul &copy apa
Joe Zawinul &copy apa
In einer Pressekonferenz nahm Joe Zawinul am Mittwoch zu den Problemen des Birdland Stellung - mit einer neuen Preisstaffelung, vorverlegten Öffnungszeiten und einem neuen Finanzkonzept sollen die Probleme gelöst werden.

Die Musikwelt lässt wenig Raum für Fehler. Viele haben wir auch nicht gemacht, aber die waren schwerwiegend“: Derart umriss Joe Zawinul am Donnerstag die finanziell problematische bisherige Entwicklung des von ihm initiierten Jazzclubs „Birdland“ im Wiener Hotel Hilton, die am Ende der vergangenen Saison wie berichtet in der Abberufung des Geschäftsführers Wolfgang Rauscher und Außenständen von rund 600.000 Euro geendet hatte. Mit einer neuen Preisstaffelung, vorverlegten Öffnungszeiten und einem neuen Finanzkonzept soll das Birdland nun doch abheben.

“Kein ordentlicher Businessplan”


Der „Hauptfehler war, dass kein ordentlicher Businessplan erstellt worden ist“, sagte der mit dem Sanierungskonzept beauftragte Karl Resch, Geschäftsführer der zur Soravia-Gruppe gehörenden „Interior Design Management GmbH“ (IDM), die schon für die Neugestaltung des Hilton Hotels und die Gestaltung des darin befindlichen „Birdland“ verantwortlich zeichnete. Es seien schon bei der Errichtung rund 250.000 Euro zu wenig vorhanden gewesen, aber „wenn man ein Haus baut, ist es auch nicht im ersten Jahr abbezahlt“, betonte Resch, der meinte: „Wir sind zu euphorisch in dieses Projekt hineingegangen“. Zawinul ergänzte: „Wir haben uns schwer einegetheatert. Aber aus Fehlern lernt man. So ist es im Leben“.


Über den Sommer wurden die Außenstände verringert bzw. umgeschuldet. Rund 250.000 Euro konnten durch Nachlässe von Gläubigerseite abgebaut werden, präzisierte Resch gegenüber der APA. Die Gläubiger hätten bei einem (abgewendeten) Insolvenz- oder Konkursverfahren noch weniger bekommen, und ein derartiges Verfahren hätte dem Club einen „negativen Touch“ gegeben, betonte Resch. Von den verbleibenden Forderungen in der Höhe von rund 300.000 Euro wurden 100.000 Euro, die das Birdland der IDM schulde, vorerst zurückgestellt. Die restlichen rund 200.000 Euro würden mittelfristig durch einen neu aufgenommenen Kredit finanziert.

Kooperationen gesichert


Bei den rund 200 Sitzplätzen, die das Birdland aufweist, „braucht man zusätzliche Finanzierung“ zu den Eintritten, betonte Resch. Die weitere Kooperation mit Europay Austria sei gesichert, mit den im Sommer als weitere Sponsoren ins Spiel gebrachten Fernwärme Wien und der Wien Holding sei jedoch „noch nichts fixiert“, so Resch. Man suche weitere Sponsoren, an einem Marketingkonzept werde noch gearbeitet. „Es war sehr wenig Zeit“, so Resch, der die Büroinfrastruktur und auch die Buchhaltung aus Kostengründen in die IDM eingliedern will.

Gemütlicher, bessere Sicht, billigere Tickets…


In Zukunft soll der Club früher aufsperren, „noch persönlicher“ (Zawinul) werden, bessere Sicht bieten und auch billigere Tickets verkaufen, schilderte Zawinul. 25 Euro werden die besten Plätze kosten, Randsitze 20 Euro, Barhockerplätze 15 und Stehplätze 10 Euro. Nach 23 Uhr zahlt man einheitlich 5 Euro. Durch früheres Aufsperren (18 statt 19 Uhr) soll das Birdland zum Ort des Nach-Arbeits-Entspannens werden, die Konzerte beginnen um 20 statt 21 Uhr. Die Tische werden Namen berühmter Jazzmusiker statt Nummern bekommen.


Man gehe „mit sehr guter Erwartung“ in die nächste Saison, sagte Resch, der eine Auslastung von 75 Prozent für realistisch hält. Zawinul wolle „nicht Finger deuten“ auf etwaige Schuldige der Probleme, sondern betonte: „Die vergangene Saison war eine riesige Freude. Ich bin stolz darauf, was wir geleistet haben. Wir werden weiter so machen, mit den besten Musikern aus allen Richtungen“.


Als Anschub kommt Zawinul selbst in seinen Club, wo er vom 21. bis 26. September mit dem Syndicate und vom 24. bis 31. Oktober mit der WDR-Bigband auftritt. Weiters am Programm u. a. Puschnig & Sharrock (9. bis 11. September), Toots Thielemans Trio (29., 30. 9. und 1. 10.) und Randy Crawford (13. bis 15. 12.).

BZÖ zeigt sich skeptisch


Dem neuen Optimismus entgegen gesetzt äußerte sich inzwischen der Wiener BZÖ-Obmann Günther Barnet. Einer der „Birdland“-Gläubiger soll laut Barnet einen Konkursantrag gegen die Firma Birdland Betriebs- und Veranstaltungsservice GmbH vorbereiten. Barnet in einer Aussendung: „Es ist zu vermuten, dass hier seitens der Geschäftsführung fahrlässige Krida begangen wurde. Das BZÖ-Wien bereitet gerade eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft vor.“

www.birdland.at

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