Alle neu am Praterstern ab 2008

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Der Praterstern bleibt noch auf Jahre eine Großbaustelle. Während derzeit am Bahnhof und der U-Bahn gearbeitet wird, startet 2008 - unmittelbar nach der Fußball-EM - der Komplettumbau des restlichen Platzes.

Die Pläne dafür stammen von Architekt Boris Podrecca. Der Platz erhält lasierte Betonplatten als Bodenbelag. Beim Bahnhof ist ein großes Glasvordach vorgesehen.

Der Umbau ist mit 22 Mio. Euro aus städtischen Mitteln budgetiert. Fertig werden soll er Mitte 2010. Dann werden alle Straßenbahngleise im Westteil des Pratersterns konzentriert. Der Platz wird zur Fußgängerzone, die aber zur Gänze von Radfahrern befahren werden darf. Eingefasst wird er von begrünten Pergolas, und beim Tegetthoff-Denkmal entsteht eine eigene, kleine „Piazzetta“ samt länglicher Wasserfläche.

Einer der wesentlichsten Eingriffe ist für Podrecca das 100 mal 35 Meter große Dach, das sich in zehn Metern Höhe vom Bahnhof über die Straßenbahnstationen erstrecken wird. Es soll aus einem speziellen, schmutzresistenten Glas bestehen und „transluzide“ sein.

Die Höhe wurde so gewählt, dass auch noch die Fahrgäste der S-Bahn von den erhöhten Bahnsteigen aus unter der Konstruktion hindurchblicken können. „Da sehen sie nicht die toten Tauben oben drauf“, scherzte Podrecca. Ursprünglich hatte er geplant, den gesamten Platz unter ein Dach zu stecken, dann aber gemäß den Anforderungen der Stadt noch Änderungen vorgenommen: „Architektur ist ein intelligenter Kompromiss“, meinte er dazu.

Auf dem Platz sind blockförmige, begrünte Gitterelemente – so genannte Grillagen – vorgesehen, die die Menschen in Richtung Bahnhofshalle leiten sollen. Rasenflächen wird es nicht geben. „Das ist in der Stadt Wien nicht notwendig, es gibt ja keine Schafe hier“, meinte Podrecca lakonisch.

An der Ostseite, Richtung Prater, wird bereits bis 2008 die große U-Bahn-Eingangshalle fertig. Die Planer in diesem Bereich sind Gerhard Moßburger und Paul Katzberger, die auch Grünbereiche und Baumpflanzungen vorgesehen haben, die in Richtung Prater führen sollen.

„Die Hauptthese ist, dass der Praterstern nicht nur als Verkehrsknoten wahrgenommen wird“, erklärte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S): „Es soll ein Platz werden, auf den man sich auch gerne einmal hinsetzt.“ Der derzeit schlechte Ruf des Platzes soll aufpoliert werden. Man will für hochwertigere Gastronomie sorgen, Angsträume vermeiden und Rückzugsmöglichkeiten etwa für Drogendealer möglichst zum Verschwinden bringen.

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