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Albertina entging nur knapp einer Katastrophe

Wasserschaden bei Abdeckung des Depot-Dachs
Wasserschaden bei Abdeckung des Depot-Dachs ©APA (Neubauer)
Erst langsam wird das wahre Ausmaß dessen bekannt, was als "Wasserschaden im Kunstdepot der Albertina" mittlerweile höchst ungenügend zu beschreiben ist: Insgesamt 2.100 Liter Wasser waren am Dienstag in das erst 2005 fertiggestellte Hochsicherheits-Depot eingedrungen. Nur ursprünglich nicht vorgesehene "bauliche Besonderheiten" retteten die Sammlung, berichtete das Museum der APA.

Bis Mittwoch will man weitere Klarheit über das Geschehen und seine Ursachen haben und die Medien in einer Pressekonferenz informieren, erklärte am Samstag eine Sprecherin des Museums. Bereits jetzt sind jedoch mehrere Dinge klar: Das um 5,1 Millionen Euro errichtete Depot muss komplett geräumt werden. Daran wird weiterhin Tag und Nacht gearbeitet, die Arbeiten werden jedoch voraussichtlich noch bis zum nächsten Wochenende dauern. Die 950.000 Kunstwerke werden vorläufig im Haus gelagert, aber ab Mitte August wird aufgrund der Vorbereitungen zu den nächsten Ausstellungen ein externes Depot mit Sicherheit benötigt werden.

Und: Selbst nach Finden und Beheben jener Mängel, die den enormen Wassereintritt ermöglicht haben, wird das Depot sicher nicht mehr in der bisherigen Weise in Betrieb genommen werden. Denn die Anfälligkeit der vollautomatisierten Technik, die durch das Wasser für Stunden außer Gefecht gesetzt war, sowie das Fehlen jeder baulichen Voraussetzung, durch intensiven Personaleinsatz die Räumung beschleunigen zu können, haben sich als gravierende Mängel herausgestellt. Zudem wurde sogar bei den wertvollsten Stücken des Hauses auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wie Metallkassetten verzichtet.

Die Suche nach den genauen Ursachen – neben Konstruktionsfehlern sind auch Bau- oder Materialmängel denkbar – dürfte eine höchst heikle Angelegenheit werden. Jenen, die für die “baulichen Besonderheiten” verantwortlich sind, die sich nun als rettend herausgestellt haben, dürfte dagegen der ewige Dank nicht nur des Albertina-Direktors sicher sein.

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