AKH Wien: Am Donnerstag gehen für den Notstrom-Test die Lichter aus

Am Donnerstag um 17:00 Uhr wird das AKH Wien kurzzeitig im Dunkeln liegen
Am Donnerstag um 17:00 Uhr wird das AKH Wien kurzzeitig im Dunkeln liegen ©Hans Punz/dapd
Am Donnerstagabend bot das Wiener AKH kurzzeitig einen spektakulären Anblick: Der sonst hell erleuchtete Gebäudekomplex lag für kurze Zeit völlig im Dunkeln. Grund dafür ist der jährliche Notstrom-Test des AKH.
Das war der Notstrom-Test

Das Allgemeine Krankenhaus in Wien (AKH) mit seiner komplexen Infrastruktur ist von Größe und Stromverbrauch her praktisch mit einer kleinen Stadt zu vergleichen. Dass ein Gebäudekomplex dieser Dimensionen mit unzähligen medizinisch-technischen Geräten eine riesige Menge Strom verbraucht, liegt auf der Hand. Doch was geschieht, wenn in einem Gebäude dieser Größenordnung einmal der Strom ausfällt? Für diesen Fall empfiehlt es sich, in jeder Hinsicht vorzusorgen – mit einem groß angelegten Notstrom-Test.

Vienna Online hat im Vorfeld mit Diplom-Ingenieur Jörg Simonitsch gesprochen, der als technischer Direktor des AKH Wien der Fachmann für die größte Notstrom-Testmaßnahme des Krankenhauses  ist.

Um 17:00 Uhr gehen alle AKH-Lichter aus

Das AKH testet einmal im Jahr im Zuge eines groß angelegten Notstrom-Tests, was im Ernstfall geschieht. Um Punkt 17:00 Uhr wird es ernst: Nach Angaben von Simonitsch wird exakt zu diesem Zeitpunkt der große Schalter im Umspannwerk Michelbeuern umgelegt, an dem die Haupt-Stromversorgung des Krankenhauses hängt. Daraufhin wird es kurzzeitig im ganzen Gebäudekomplex stockfinster.

Danach springen innerhalb von wenigen Sekunden die Notstromaggregate des Hauses an. “13,5 Sekunden hat es in den letzten Jahren durchschnittlich gedauert”, so Simonitsch. 15 Sekunden sind die Maximaldauer, nach welcher der Notstrom anspringen sollte. In einzelnen Laststufen wird der Strom daraufhin wieder hochgefahren und in laufenden Schaltstufen von je zwei Minuten sukzessive wiederhergestellt. Nach einer Viertelstunde ist der ganze Zauber vorbei – und alles, was mit Notstrom versorgt wurde, wird wieder durch regulären Strom aus dem Hause Wien Strom gespeist.

Keine Konsequenzen für AKH-Patienten

Die Patienten im AKH werden natürlich über die Maßnahme informiert – sie wissen, dass kurzzeitig das Licht ausgeht bzw generell der Strom ausfällt. Für die regulären Patienten hat das Backup keine merklichen Konsequenzen. Und die Patienten auf den Intensivstationen, die beispielsweise an lebenserhaltenden Geräten hängen, sind laut Simonitsch zusätzlich abgesichert.

“Diese Geräte sind zur Sicherheit selbstverständlich batteriegepuffert”, so Simonitsch. “Dadurch sind die betroffenen Patienten mindestens eine halbe Stunde absolut sicher versorgt. Das ist Teil unseres mehrstufigen Sicherheitskonzepts.”

AKH geht auf Nummer sicher

Wie sieht es eigentlich mit Strom-Sicherheitstests außerhalb dieser großen Spezialmaßnahme aus? “Neben dem scharfen Test, der einmal jährlich durchgeführt wird, werden auch einmal monatlich kleinere Tests durchgeführt. Dabei testet man einzelne Notstromaggregate,” berichtet Simonitsch.

Die gute Nachricht: Bisher gab es dabei noch nie irgendwelche Komplikationen. Die Chancen stehen also gut, dass auch diesmal im AKH wieder alles reibungslos über die Bühne gehen wird – und das Spektakel lediglisch rein optisch von außen Aufsehen erregen wird.

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