Ärztekammer kritisiert Corona-Lockerungen scharf

Ärztekammer kritisiert die Aufhebung der Corona-Maßnahmen.
Ärztekammer kritisiert die Aufhebung der Corona-Maßnahmen. ©APA/MICHAEL GRUBER
Die Ärztekammer hat am Donnerstag mit scharfer Kritik auf die Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen und das Aussetzen der Impfpflicht reagiert.

Auf eine Bevölkerungsgruppe sei dabei vergessen worden, meinte Harald Mayer, Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, in einer Aussendung: "An das Spitalspersonal denkt wieder einmal niemand."

Covid-Normalstationen in Österreich stark ausgelastet

Während bei den Corona-Infektionszahlen aktuell Rekordwerte erreicht werden, sind laut Mayer die Covid-Normalstationen bereits so stark ausgelastet, "dass uns bereits die Betten ausgehen und dass ein Teil des Personals entkräftet und entnervt bzw. infiziert ist, reihenweise kündigt oder Versetzungen anstrebt." Das Wohl der Patientinnen und Patienten sei gefährdet, Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger würden sich von der Politik im Stich gelassen fühlen: "Die Folgen der Lockerungen müssen wieder jene ausbaden, die sich seit Pandemiebeginn für andere aufopfern und unsere Patientenversorgung trotz Krisenmodus auf Top-Niveau aufrechterhalten."

Ärztekammer fordert strengere FFP2-Maskenpflicht

Mayer appellierte an die Politik, insbesondere an den neuen Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne), bei den Entscheidungen "nicht nur an den kurzfristigen Applaus" zu denken, sondern zu hinterfragen, "ob wirklich alle Lockerungen im Sinn einer gelebten gesundheitspolitischen Solidarität sein müssen". In diesem Zusammenhang forderte der Bundeskurienobmann explizit die Wiedereinführung "einer strengeren FFP2-Maskenpflicht, insbesondere in Innenräumen".

(APA/Red)

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