Ärztekammer fordert Aufstockung des Personals an Wiener Uni-Kliniken

Die Ärztekammer fordert "dringend" eine Personalsufstockung.
Die Ärztekammer fordert "dringend" eine Personalsufstockung. ©APA/Sujet
Dass die Senkung der maximalen durchgängigen Dienstzeiten der Ärzte im Wiener AKH zu Engpässen in der Patientenversorgung führt, dürfe nicht zur Dauerlösung werden. Eine "Bereitstellung der notwendigen Personalressourcen" sei dringend gefordert.
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Das erklärte der Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Freitag. Er forderte dringend die Bereitstellung der notwendigen Personalressourcen.

Allerdings zeige diese Entwicklung eindeutig, dass das größte Spital Österreichs zuletzt wohl nur noch deshalb funktioniert habe, weil die gesamte Ärzteschaft vom Turnusarzt aufwärts über Jahre hinweg ein enormes Engagement an den Tag gelegt habe. “Das ging immer mehr auf Kosten der Gesundheit der Ärztinnen und Ärzte, letztlich aber auch zulasten der Patienten. Denn es sagt einem ja der Hausverstand, dass selbst der fitteste Arzt nach 24 Stunden Dauereinsatz nicht noch einmal acht Stunden Dienst am Patienten in vollster Konzentration absolvieren kann”, so Spitalsärzte-Chef Mayer.

Qualität der Versorgung gewährleisten

Die Kürzung der Maximaldienstzeiten auf das annehmbare Maß von 25 Stunden sei daher längst fällig gewesen. Gleichzeitig müsse es den politisch Verantwortlichen aber klar sein, dass sich Qualität und Umfang der spitzenmedizinischen Versorgung nur mit entsprechend mehr Personal aufrechterhalten lassen.

Es sei zu hoffen, dass die von Wiener Medizinuni-Rektor Wolfgang Schütz in Aussicht gestellte personelle Aufstockung des ärztlichen Personals möglichst rasch umgesetzt werde.

Lange AKH-Baugeschichte

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) ist das größte Spital Österreichs. Bereits 1957 fiel der Beschluss zum Neubau, 1964 war dann Beginn der Arbeiten. Die erste Abteilung übersiedelte 1991 aus dem Alten AKH in das neue Haus, und 1994 wurde offiziell die Eröffnung gefeiert. Ab 1968 erfolgte die Errichtung der Universitätskliniken für Kinderheilkunde, Psychiatrie sowie verwandte Fächer.

Das Haupthaus mit den markanten Bettentürmen entstand ab 1974. 1982 bekam die VOEST-Alpine Medizintechnik Gmbh (VAMED) den Auftrag über das Projektmanagement sowie Fertigstellung der Planung und Errichtung dieses vierten Bauabschnitts.

AKH-Skandal in den 70ern

Überschattet war der Bau vom sogenannten AKH-Skandal der siebziger Jahre um Schmiergeldzahlungen und Bestechungen. Im Mittelpunkt stand ein ehemaliger technischer Direktor der Allgemeinen Krankenhaus-Planungs- und Errichtungsgesellschaft (AKPE). In einem Prozess gegen ihn und elf Mitangeklagte wurde er 1981 zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Laut Richterspruch soll er 30 Mio. S (2,18 Mio. Euro) an Schmiergeldern kassiert haben. In zweiter Instanz wurde das Urteil auf acht statt neun Jahre wegen Geschenkannahme statt Untreue herabgesetzt.

Die Errichtungskosten für das Haus explodierten im Laufe der Jahre. Zum Zeitpunkt der ersten Planungen im Jahr 1955 war Bürgermeister Franz Jonas (SPÖ) noch von 600 Mio. S (43,6 Mio. Euro) ausgegangen. Bei der Eröffnung 1994 wurden schließlich 42,5 Milliarden S (3,09 Mrd. Euro) genannt. Auch die Bauzeit sprengte den Rahmen, die Fertigstellungstermine mussten immer wieder um Jahre verschoben werden.

(APA)

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