AA

Abtreibung: Kundgebung gegen Klinik

APA
APA
Im Ärztezentrum der Lugner City in Wien ist heute, Donnerstag, das sexualmedizinische Zentrum „VenusMed“ in Betrieb gegangen. Demo:

Weil dort auch Abtreibungen angeboten werden, hielt der katholische Verein „Jugend für das Leben“ eine Protestkundgebung vor dem Shopping Center ab. Abtreibungen im Einkaufszentrum seien „nicht hinnehmbar“, meinten die Abtreibungsgegner in einer Pressekonferenz.

Umringt von Polizisten und Journalisten hielten die Aktivisten Transparente mit Aufschriften wie „Kindertod im Angebot?“, „Wähle das Leben“ und „Abtreibung raus aus dem Lugnerhaus“ in die Höhe.

Auch rund 20 Gegendemonstranten waren vor Ort, darunter Vertreter des Kommunistischen Studentenverbandes (KSV) und der Grünalternativen Jugend.

“Diese Frauen sind ja auch Menschen”

Einkaufszentrum-Chef Richard Lugner und die Betreiber der sexualmedizinischen Klinik „VenusMed“ haben sich am Donnerstag unbeeindruckt von den Protesten der Abtreibungsgegner gezeigt. Lugner verwies auf die Rechte der Betroffenen: „Diese Frauen sind ja auch Menschen, nicht nur die Kinder“, meinte er vor Beginn der Kundgebung zur APA. Die Gegner tat er als „Berufsdemonstranten“ ab.

„Ich persönlich bin in der glücklichen Lage, vier Kinder gezeugt zu haben, und alle sind auf der Welt“, so Lugner weiter: „Ich bin Katholik, ich habe kein einziges abgetrieben.“ Man müsse aber sehr wohl verstehen, dass der Gesetzgeber den Schwangerschaftsabbruch erlaubt habe, um Frauen in Notsituationen zu helfen.

Er selbst betreibe die Klinik auch nicht. Sie sei Teil des Ärztezentrums, das sich – mit getrenntem Eingang – bereits seit 16 Jahren in der Lugner City befinde. Außerdem: „Wir haben ja keine Abtreibungsklinik wie am Fleischmarkt, wir haben ein sexualmedizinisches Zentrum. Da gibt es Viagra für die Männer, und da gibt es Hilfe für Frauen, die keine Lust mehr am Sex haben.“

Auch an den Motiven der Gegner hat Lugner Zweifel: „Das sind Berufsdemonstranten, und gegen den Lugner zu sein, ist sicher lustig“, gab er sich fatalistisch.

Psychotherapeutin Brigitte Moshammer-Peter, Geschäftsführerin von „Venus Med“, stellte klar: Spontane Abtreibungen ohne Terminvereinbarungen und Beratung gebe es selbstverständlich nicht. „Niemand kann herkommen, einkaufen gehen, dann eine Abtreibung machen und danach ins Kino gehen“, betonte sie.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 15. Bezirk
  • Abtreibung: Kundgebung gegen Klinik
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen