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Ab Juli: Abschaltungen von Strom- und Gas wieder zugelegt

Anstieg nach Auslaufen des Abschaltverzichts per Ende Juni
Anstieg nach Auslaufen des Abschaltverzichts per Ende Juni ©pixabay.com (Sujet)
Die Abschaltungen von Gas und Strom haben ab Juli - nach Auslaufen des coronabedingten Abschaltverzichts - wieder zugelegt.

Im September wurde laut E-Control-Daten ein Höchststand und wieder annähernd das Niveau der vergangen Jahre erreicht. Im Oktober und November ging es dann wieder nach unten. Die Abschaltungen lagen in diesen beiden Monaten auch unter die Werte der vergangen Jahre.

Freiwillige Vereinbarung im Frühjahr

Die Energiewirtschaft hat heuer im Frühjahr in der Coronakrise in einer freiwillige Vereinbarung auf die Abschaltung von Strom, Gas oder Wärme bei Zahlungsverzug für Haushalte und kleine Firmenkunden verzichtet. Diese galt ab 25. März und ist Ende Juni ausgelaufen. Mittlerweile gibt es nur noch individuelle Lösungen.

Im Zeitraum April bis Juli habe es bei den Abschaltungen einen extremen Rückgang gegeben, so Christina Veigl-Guthann, Leiterin der Abteilung Endkunden der E-Control am Mittwoch in einem Webinar der Regulierungsbehörde. Im Oktober und November lagen die Abschaltungen dann wieder unter dem Wert von September und auch dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Im April gab es gerade einmal 79 Strom- und 30 Gasabschaltungen. Im Juli lag die Zahl der Stromabschaltungen wegen Verletzung von Vertragsabschaltungen bei rund 1.260, im September bei rund 2.370 und im November bei rund 1.800. Bei Gas waren es im September 460 und im November rund 250. Im Gesamtjahr 2019 waren es rund 32.900 Stromabschaltungen bzw. 0,65 Prozent.

Auch Ratenzahlungsvereinbarungen im Corona-Paket dabei

Teil des Corona-Pakets von Frühjahr waren auch Ratenzahlungsvereinbarungen, die bei Strom rund 7.200 mal in Anspruch genommen wurden, sowie Reduzierungen der Abschlagszahlungen (rund 24.000) und Stundungen (19.120). Bei Gas waren die Zahlen deutlich geringer mit etwa 2.650 Ratenzahlungsvereinbarungen und rund 8.300 Stundungen. Eine wichtige Rolle spielten auch der Verzicht auf Mahnspesen, Verzugszinsen und sonstige Betreibungskosten wie Inkasso, so Veigl-Guthann. Diese könnten ein vielfaches der ursprünglich aushaftenden Summe ausmachen. Eine geringe Rolle spielten auch 2020 Grundversorgung und Prepaymentzähler.

"Letzte Mahnungen" gingen nach einem Sprung im Juli im Jahresverlauf wieder zurück. Man können daraus aber nicht schließen, dass es keine Zahlungsprobleme gebe. Kunden würden wohl zum Begleichen der Rechnung auch auf Erspartes zurückgreifen und die E-Wirtschaft möglicherweise auch vermehrt Kulanzlösungen anbieten. Dafür gebe es aber keine Zahlen.

Luft nach oben gibt es bei der Befreiung von den Ökostromförderkosten für einkommensschwache Haushalte. 2019 nahmen diese 130.000 Berechtigte in Anspruch, das waren weniger als die Hälfte der Berechtigten.

(APA/Red)

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