72 Prozent der Bevölkerung wollen rasche Öffnung der Geschäfte

Nur mehr 14 Prozent sind dafür, dass die Geschäfte geschlossen bleiben.
Nur mehr 14 Prozent sind dafür, dass die Geschäfte geschlossen bleiben. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die heimische Wirtschaft hat mit dem Lockdown schwer zu kämpfen. Nun fordern auch 72 Prozent der Bevölkerung eine rasche Öffnung der Geschäfte.

Die am heutigen Freitag vom WIFO präsentierte Schnellschätzung bestätigt den negativen Konjunkturausblick des HV-Konsumbarometers sowie die massiven Auswirkungen des zweiten und dritten Lockdowns auf die heimische Volkswirtschaft. Allein im 4. Quartal 2020 ist das österreichische BIP um -4,3% gegenüber Q3 und sogar um -7,8% im Vorjahresvergleich eingebrochen. Die WIFO-Zahlen belegen überdies einen signifikanten Rückgang der privaten Konsumausgaben insbesondere im November und Dezember.

72 Prozent der Bevölkerung fordern rasche Öffnung der Geschäfte

Angesichts immer dramatischerer wirtschaftlicher Kollateralschäden werden auch jene Stimmen immer lauter, die ein rasches Ende des dritten Lockdowns fordern. Laut einer aktuellen Market-Umfrage befürwortet mittlerweile eine klare Mehrheit von 72 Prozent der Bevölkerung rasche Lockerungen im Handel und bei persönlichen Dienstleistungen ab 8. Februar. Nur noch 14 Prozent sind dafür, die heimischen Geschäfte weiterhin geschlossen zu halten.

Auch die wissenschaftliche Evidenz spricht in dieser Hinsicht eine klare Sprache: Der Handel ist kein Corona-Hotspot. Die vielzitierte Stanford-Studie hat gezeigt, dass behördliche Geschäftsschließungen im Zuge von Lockdowns keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben. Auch in den Untersuchungen der AGES konnte keine Clusterbildung in den Geschäften nachgewiesen werden, das Infektionsgeschehen spielt sich vielmehr im privaten Haushaltsbereich ab.

Rainer Will fordert Handels-Öffnung

"Die Gesundheit und Sicherheit der Kunden ist für uns Händler das Allerwichtigste. Doch wir wissen mittlerweile, dass ein Zusperren der Geschäfte die Corona-Fallzahlen nicht reduziert. Dafür sind die Aufenthaltsdauern zu kurz und der direkte Kundenkontakt zu gering. Auch unsere umfassenden Hygienemaßnahmen haben sich in der Praxis bewährt. Daher fordern wir - ebenso wie drei Viertel der Bevölkerung - eine rasche Wiedereröffnung des gesamten Handels. Die Zeit läuft uns davon, die Kassen der Händler sind leer", stellt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will klar.

"Jede weitere Woche Lockdown kostet unsere Branche rund 1 Milliarde Euro. Eine erneute Verlängerung der behördlichen Schließungen wäre für den gesamten österreichischen Arbeitsmarkt der Supergau und würde 100.000 Jobs gefährden. Daher fordern wir ein Ende des harten Lockdowns und eine schrittweise Öffnung wie geplant ab 8. Februar", appelliert Rainer Will an die Bundesregierung.

(Red)

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