56-Jähriger stach in Wien-Donaustadt auf Frau und Sohn ein

Ein familiärer Streit in Wien-Donaustadt endete mit schweren Verletzungen.
Ein familiärer Streit in Wien-Donaustadt endete mit schweren Verletzungen. ©APA (Sujet)
Drei Schwerverletzte forderte am Samstag ein Familienstreit in Wien-Donaustadt. Ein 56-Jähriger stach auf seine Frau und seinen Sohn ein, beim Handgemenge verlor er ein Ohr, der 24-Jährige mehrere Finger.

Mit schweren Verletzungen ist eine familiäre Auseinandersetzung am 6. November zur Mittagszeit in Wien-Donaustadt ausgegangen. Laut Polizeisprecher Christopher Verhnjak ging ein 56-jähriger Mann in der gemeinsamen Wohnung unweit der Klinik Donaustadt kurz vor 13.00 Uhr mit einem Messer auf seine 53-jährige Frau los und verletzte sie mit Schnitten im Halsbereich schwer. Der 24-jährige Sohn kam seiner Mutter zu Hilfe, was mit schweren Blessuren bei den Männern endete.

56-Jähriger schnitt Sohn mehrere Finger ab - dieser biss ihm Ohr ab

Verhnjak zufolge war bisher nicht zu eruieren, was den Streit in der aus Serbien stammenden Familie auslöste, weil die Beteiligten bisher nicht einvernahmefähig waren bzw. sich nicht äußern wollten. Alkohol war jedenfalls nicht im Spiel. Der Mann attackierte seine Frau mit dem Messer, dann kam es zum Handgemenge mit dem Sohn. Er schnitt dem 24-Jährigen offenbar mehrere Finger ab, die dem jungen Mann aber wieder angenäht werden konnten. Der 24-Jährige biss seinem Vater ein Ohr ab und besprühte ihn auch mit Pfefferspray.

Schwer verletzte Mutter flüchtete zu Nachbarin

Die Mutter flüchtete zu einer Nachbarin, die die Polizei alarmierte. Alle drei Beteiligten wurden von der Berufsrettung in Krankenhäuser gebracht. Auch dem 56-Jährigen konnte das Ohr wieder angenäht werden, er wurde danach aus dem Spital entlassen und von der Polizei in Haft genommen. Er stritt die Tat in einer ersten Befragung ab. Mutter und Sohn waren zunächst nicht einvernahmefähig.

Gegen den 56-Jährigen wurde ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen, auch den 24-Jährigen erwartete zunächst eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung. Es schien aber nicht unwahrscheinlich, dass es hier um ein Notwehrdelikt ging.

Wiener Polizei verweist auf Anlaufstellen für Opfer von Gewalt

Die Polizei wies in dem Zusammenhang erneut darauf hin, dass sie Ansprechpartner für jedes Opfer von Gewalt ist und keine Gewalt, gleichgültig in welcher Form, duldet. Der Polizei-Notruf (133) ist jederzeit für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder von Gewalt betroffen sind, erreichbar. Auch der 24-Stunden Frauennotruf (01/71719) und der Frauenhaus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05-77-22) sind rund um die Uhr besetzt. Das Landeskriminalamt Wien, Kriminalprävention, bietet zusätzlich Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.

(APA/Red)

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