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5,5 Mio Euro für Top-Physiker

Der Top-Quantenphysiker Hannes-Jörg Schmiedmayer erhält 2006 den Wittgensteinpreis (1,5 Mio €). Dazu vier Millionen Euro für ein neues Labor, damit er seine Arbeit in Wien fortsetzt.

Der jährlich vergebene, mit 1,5 Mio. Euro dotierte höchste Wissenschaftspreis des Landes gilt als „Austro-Nobelpreis”. Gleichzeitig wurden die mit je 1,2 Millionen Euro dotierten START-Preise an fünf Nachwuchs-Wissenschafter vergeben. Die Verleihung erfolgt am 21. September.

Der 45-jährige Schmiedmayer übersiedelt derzeit gerade von der Universität Heidelberg, wo er seit dem Jahr 2000 tätig war, an die Technische Universität (TU) Wien. Zur Rückkehr in seine Heimat wurde der Physiker mit viel Geld und einem völlig neuen Labor gelockt, das derzeit am Atominstitut der österreichischen Universitäten in Wien eingerichtet wird.

Die Stadt Wien und das Unternehmen Siemens stellen für die Arbeit des Quantenphysikers jeweils eine Mio. Euro zur Verfügung, die TU wendet inklusive Uni-Infrastrukturmittel mehr als zwei Mio. Euro für den Umbau und Adaptierung des neuen Labors auf.

Schmiedmayer hofft, dass das Labor im Herbst seinen Betrieb aufnehmen und er dann nach Wien übersiedeln kann.

Atomchips

Bei Schmiedmayers Spezialgebiet „Atomchips” handelt es sich im Prinzip um Atomfallen im Miniaturformat. Auf Mikrochips, die magnetische und elektrische Felder erzeugen, können Atome gefangen, gekühlt und manipuliert werden. „Wir versuchen damit quantenphysikalische Effekte von Atomen und von Licht auf einen Chip zu bringen”, sagte Schmiedmayer. Ob es dafür Anwendungen gebe, werde sich erst in 20 Jahren zeigen. „Die ersten Leute, die Halbleiter gebaut haben, betrieben so wie wir derzeit mit Atomchips Grundlagen-Forschung und hatten keine Ahnung, dass das die dominierende Technologie des 20. und 21. Jahrhunderts wird.” Mögliche Anwendungen sind Sensoren für ultrapräzise Messungen, kleinste Atomuhren bzw. Quanten-Informations-Verarbeitung.

„Unabhängigkeit“ ist Jörg Schmiedmayer sehr wichtig. „Ich verlange viel davon von meinen Mitarbeitern, ich hasse es, ihnen in der Früh sagen zu müssen, was sie zu tun haben“. Und auch für sich selbst schätzt er Unabhängigkeit, denn wissenschaftlich erfolgreich werde man, „indem man Sachen macht, die einem Spaß machen und die noch niemand gemacht hat“, meinte der auf seinem Gebiet zur Weltspitze zählende Quantenphysiker.

Schmiedmayer, geboren am 13. August 1960 in Wien, studierte Physik und Astronomie an der TU Wien, wo er 1987 promoviert wurde. Sein Studium finanzierte er sich als Skilehrer, eine Leidenschaft, der er auch heute noch abseits präparierter Pisten frönt. Seine Post-Doc-Jahre absolvierte er, unterstützt von einem Schrödinger-Stipendium, an der Harvard University und am Massachusetts Institute for Technology (MIT), ehe er 1993 zu Anton Zeilinger ans Institut für Experimentalphysik der Uni Innsbruck wechselte. 2000 nahm er einen Ruf an die Universität Heidelberg an, wo er eine Atomchip-Arbeitsgruppe aufbaute.

Nun wurde er auf eine seit Jahren vakante Professorenstelle für Experimentalphysik an der Technischen Universität (TU) Wien berufen.

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