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50-jähriger Wiener gab sich vor unmündigen Buben als Polizist aus: Prozess

Ein Wiener stand vor Gericht, nachdem er sich als "Polizist" ausgegeben und Kinder damit erschreckt hatte
Ein Wiener stand vor Gericht, nachdem er sich als "Polizist" ausgegeben und Kinder damit erschreckt hatte ©APA (Sujet)
Weil sich ein 50-jähriger Mann in Wien über freche Kinder ärgerte, griff er zu drastischen Mitteln: Der "falsche Polizist" bedrohte sie mit einer Waffe und perlustrierte die Kinder. Nun stand er deshab vor Gericht.

Aus Verärgerung über freche Kinder hat ein 50-Jähriger zu etwas extrem anmutenden Mitteln gegriffen. Der Wiener gab sich als Kriminalpolizist aus.

Falscher Polizist perlustrierte unmündige Buben: Prozess

Als solcher drohte er vier Buben im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren mit der Aussage, er habe eine Waffe dabei, die er jederzeit verwenden könne, und führte schließlich bei den teilweise unmündigen Kindern eine Durchsuchung durch. Am Dienstag folgte das gerichtliche Nachspiel.

Der inkriminierte Vorfall spielte sich am 27. Mai 2020 in einer Gemeindebauanlage in Wien-Simmering ab. Der 50-Jährige ärgerte sich über den Lärm, den die spielenden Kinder unter seinem Fenster verursachten, worauf er ihnen zurief, sie sollten leiser sein. Die Buben antworteten mit Flegeleien.

Begegnung mit lärmenden Kindern im Gemeindebau eskalierte

Als der Mann wenig später seine Wohnung verließ, um sich in einer nahe gelegenen Tankstelle Bier zu beschaffen, begegnete er zufällig den Buben, die ihn beleidigt hatten. Einer von ihnen raste mit seinem Fahrrad absichtlich haarscharf an ihm vorbei, um ihn zu erschrecken, worauf dem unbescholtenen Arbeiter der Kragen platzte.

Er forderte die Schüler zum Stehenbleiben auf, indem er sich als Kriminalbeamter ausgab. Dann las er ihnen zunächst die Leviten. Um ihnen zusätzlich Angst zu machen, behauptete er, eine Waffe eingesteckt zu haben. Abschließend perlustrierte er die Buben, ehe er sie gehen ließ. Diese erstatteten am Abend ihren Eltern Bericht, die Anzeige erstatteten.

Prozess wegen Nötigung und Amtsanmaßung

In seinem Prozess wegen Nötigung und Amtsanmaßung war der Angeklagte umfassend und reumütig geständig. Er sei durch ein paar Bier und Spritzer enthemmt gewesen und habe "eindeutig überreagiert", meinte er am Landesgericht für Strafsachen.

"Wenn ich gewusst hätte, dass ihr erst zwölf seid, hätte ich das auf keinen Fall gemacht", versicherte er Zwillingsbrüdern. Er entschuldigte sich wortreich bei sämtlichen Betroffenen, die allesamt als Zeugen geladen waren: "Ihr habt's mich zwar ein bisschen beleidigt, aber die Reaktion steht in keinem Verhältnis." Das Ganze sei "ein Riesenblödsinn" gewesen: "Es ist mir peinlich."

Milder Ausgang von Prozess gegen 51-Jährigen

Richterin Minou Aigner erledigte das Verfahren am Ende diversionell. Wenn sich der Mann in den nächsten zwei Jahren nichts mehr zuschulden kommen lässt und binnen 14 Tagen die festgesetzten Pauschalkosten in Höhe von 150 Euro bezahlt, wird die gegen ihn gerichtete Anzeige endgültig zurückgelegt. Die Staatsanwältin war mit diesem Vorgehen einverstanden.

(APA/Red)

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