35 Jahre ORF-Teletext: Linzer AEC verbeugt sich

Der Teletext feiert heuer sein 35-Jahr-Jubiläum, das Linzer Ars Electronica Center (AEC) verbeugt sich vor dem "Medienphänomen" (ORF-Onlinechef Thomas Prantner) mit einer eigenen Schau. Zeitgleich wird heute, Freitag, Abend "techne - Was Kunst und Technologie verbindet" mit 17 Arbeiten zu dem Thema eröffnet. Der Presse wurden die Ausstellungen, die bis 31. März zu sehen sind, vorab präsentiert.


“Wir haben quasi um kein Geld diese alte Anlage gekauft”, erinnerte sich Ex-ORF-Generalintendant Gerhard Weis an die Anfänge der Entwicklung, die die BBC loswerden wollte. Am 21. Jänner 1980 um 8.30 Uhr schlug die Geburtsstunde des neuen Mediums: Mit zunächst sechs Mitarbeitern wurden gerade einmal 64 Seiten für 500 Teletext-fähige Fernsehgeräte produziert. Inzwischen hat man den Sprung in die digitale Welt geschafft, das Produkt ist auch im Internet abrufbar, eine eigene App in Planung. “Der Teletext macht uns klar, dass Journalismus unverzichtbar ist”, betonte Weis. Der Informationswulst sei nicht so leicht konsumierbar, es brauche Redakteure, die eine Auswahl treffen.

Prantner machte darauf aufmerksam, dass der Teletext alle Entwicklungen überlebt habe, und nannte dafür zwei Gründe: Es handle sich um ein sehr gutes, schnelles Produkt, aus dem eine “Medienmarke” geworden sei. Demnach hatte der ORF beim Teletext in Österreich im vergangenen Jahr 69,6 Prozent Marktanteil, wöchentlich rund 1,9 Millionen Leser und eine Wochenreichweite von 25,7 Prozent. Mit etwa 1.000 Zeichen pro Seite seien die Mittel beschränkt, so der zuständige Geschäftsführer Karl Pachner. Die Ausstellung im AEC unterstreicht die Kreativität jener, die mit dem Medium arbeiten, u.a. mit der Präsentation von Arbeiten des jährlichen Internationalen Teletext Art Festivals. Auch die LED-Fassade des Gebäudes wird mit Pixeln bespielt, kündigte Museumsleiter Gerfried Stocker an.

Dazu ergänzend wirft “techne” einen Blick “auf den Kern des Hauses”, die Verbindung von Kunst und Technologie, so Kulturreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP). Der “Nonfacial Mirror” vom Künstlerduo Shinseungback Kimyonghun beispielsweise mag keine Gesichter und wendet sich ab, sobald jemand versucht, in ihn zu blicken. Paolo Ciro und Alessandro Ludovico haben für “Facebook to Facebook” der Plattform eine Million Profile entwendet, auf eine eigene Partnerbörse gestellt und so die Besitzer per E-Mail miteinander bekannt gemacht. Und mit “Cat or Human” veranschaulicht Kimyonghun, dass die Gesichtserkennung der heutigen Videoüberwachung zwar auf ausgeklügelten Algorithmen basiert, aber daran scheitert, eine Katze von einem Menschen zu unterscheiden.

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