26-jähriger Wiener gefoltert: Sieben und vier Jahre Haft für Täter

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Symbolbild ©pixelio/tomanek
16. Bezirk, 1160 Wien Ottakring -  Die beiden Männer, die am 7. Oktober aus nichtigem Anlass einen 26-Jährigen in einer Wohnung in Wien-Ottakring gefoltert hatten, sind am Donnerstag im Straflandesgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Wegen 15 Euro gefoltert
Der Rädelsführer, ein 30-jähriger Suchtgiftabhängiger, bekam wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen, Raubes, Freiheitsentziehung und schwerer Nötigung sieben Jahre Haft aufgebrummt.

Darüber hinaus wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, da ihm Gerichtspsychiater Heinrich Pfolz eine kombinierte Persönlichkeitsstörung attestierte, die laut Gutachter ohne entsprechende Behandlung weitere Straftaten mit schweren Folgen erwarten lässt. Der um acht Jahre jüngere Komplize des 30-Jährigen fasste vier Jahre Haft aus, während seine Freundin vom Vorwurf freigesprochen wurde, nichts gegen das Martyrium unternommen zu haben.

Mit Metallrohr geschlagen

Die beiden Täter hatten ihr Opfer mit Fäusten und einem Metallrohr geschlagen, mit Armeestiefeln mit Stahlkappen auf ihn eingetreten, ihm die Haare angezündet und danach mit roher Gewalt die verbrannten Büschel und die Augenbrauen abrasiert. Am Ende wurde der Schwerverletzte mit einer zerrissenen Milz, einer Läsion des Dickdarms, einem Jochbeinbruch und Prellungen am ganzen Körper in einer U-Bahn abgelegt.

Täter und Opfer hatten einander in der Suchtgift-Szene am Karlsplatz kennengelernt. Der 26-Jährige wollte dem 30-Jährigen Jahre Substitol abkaufen und überreichte ihm dazu 15 Euro. Der 30-Jährige steckte die Banknoten ein, hatte in Wahrheit aber keinen Stoff. Er war dessen ungeachtet nicht bereit, das Geld zurückzugeben.

Als der 26-Jährige Wochen später den Schuldner wieder am Karlsplatz traf, kam er neuerlich auf das Geld zu sprechen. Dies dürfte den anderen derart geärgert haben, dass er vorgab, die 15 Euro zu Hause zu haben. Er brachte den Mann damit dazu, ihn in die Wohnung eines 22-Jährigen zu begleiten, wo er seit längerem gemeinsam mit seiner hochschwangeren Freundin lebte.

Tortur

In der Wohnung fielen die beiden Männer dann über den unter Entzugserscheinungen leidenden Suchtgiftkranken her. Über 20 Stunden wurde der 26-Jährige gefoltert und gedemütigt, indem man ihn unter anderem zwang, auf einen Sitz einen Dreiviertelliter Schnaps zu trinken. Die Freundin des 30-Jährigen, die nebenan ihr Kind erwartete, soll den Großteil der Tortur mitbekommen haben.

Das Opfer wäre laut einem gerichtsmedizinischen Gutachten an den inneren Verletzungen gestorben, wäre in der U-Bahn nicht eine Frau auf den gezeichneten Mann aufmerksam geworden und hätte dessen Überstellung ins Spital veranlasst: Der Patient verbrachte acht Tage im künstlichen Tiefschlaf und drei Wochen in stationärer Behandlung. Die beschädigte Milz musste ihm operativ entfernt werden. Wie seine Rechtsvertreterin Sonja Scheed in der Verhandlung sinngemäß ausführte, ist der 26-Jährige seit dem Vorfall ein psychisches Wrack.

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