21. Salzburger Bergfilmfestival

40 Filme, Diskussionen, Vorträge, eine Ausstellung und eine Stadtführung zur Erfindung des Skispringens - das ist das Angebot des 21. Salzburger Bergfilmfestivals im Filmkulturzentrum Das Kino. Unter dem Motto "Junge Wild - alte Haudegen" wird von 20. November bis 8. Dezember ein Mix aus Klassikern und neuen, stilistisch unterschiedlichen Beiträgen zu diesem zunehmend populären Genre präsentiert.


Spielfilme im Bergmilieu wie “Jennerwein” mit Christoph Waltz und Fritz Karl, “Die Siebtelbauern” von Stefan Ruzowitzky oder die abendfüllenden Streifen “Die Wand” (nach Marlen Haushofer) und “Die Fernsehsaga” von Julian Pölsler stehen ebenso auf dem Programm wie die österreichische Erstaufführung von “Berg der Kristalle” von und über Kurt Diemberger.

Zu den “echten Haudegen” kann auch Wolfgang Nairz gezählt werden, der 1978 jene Expedition leitete, bei der Reinhold Messner und Peter Habeler als Erste ohne künstlichen Sauerstoff den Everest bezwangen. Von Nairz wird das Buch “Es wird schon gut gehen” sowie der Film “Die wilden Siebziger” präsentiert. Filmische Beiträge über Alpinismus-Pioniere wie Walter Bonatti und Herbert Tichy gibt es auch, und zwar “Lichtgestalt” und “Wanderer zwischen den Welten”.

Dazu mischen sich die “Jungen Wilden”: Vier bis fünf Minuten kurz sind die Filme “The State of Excellence” von David Unterberg über den Weltrekord Michael Kemeters im Balancieren über ein locker gespanntes Seil beziehungsweise “More than a feeling” von Paul Doppler über einen Salzburger Extrem-Paragleiter. “Abendfüllende, tief gehende Filme zu finden, das ist auf den Festivals in St. Anton, Trient oder Tegernsee gar nicht so schwer, und direkt angeboten werden uns auch immer wieder gute Filme”, sagte Michael Bilic, Ko-Kurator des Festivals, heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch. “Aber gute, kurze Filme zu finden, die durchaus auch mit sehr geringen Budgets realisiert werden können, dafür haben wir viel recherchiert.”

In einer Podiumsdiskussion erzählen die Himalaja-erfahrenen Gertrude Reinisch-Indrich und Christine Eberl über ihre Abenteuer beim Umrunden Österreichs. Die beiden sind mit dem Paddelboot, Pferden, Fahrrädern, zu Fuß und mit Kletterausrüstung von Salzburg aus präzis an den Grenzlinien rund um das Land gezogen. Im selben Format wird sich das Festival mit Gerfried Göschl beschäftigen: Der Steirer starb 2012 beim Versuch, im Winter einen Achttausender zu überqueren. Und auch im Film “Shane McConkey” ist der Tod präsent – in diesem 110-Minuten-Film geht es um den gleichnamigen Freeski-Rider, der 2009 bei einem wahnwitzigen Stunt in den Dolomiten tödlich verunglückte, weil eine Skibindung zu spät aufging.

“Insgesamt haben wir eine Mischung gesucht, von kurzen und langen Filmen, zwischen Tradition und junger Moderne” sagten Bilic und Ko-Kurator Thomas Neuhold. Das Publikum (erwartet werden auch heuer zwischen 7.000 und 10.000 Besucher) habe sie darin immer wieder bestärkt, “dass nicht nur schnell geschnittene, teure Hochglanzstreifen, sondern auch ruhige, langsame Filme gefragt sind, in denen Geschichten über Menschen und Berge erzählt werden”, so Neuhold, der sein neues Buch über die beliebtesten Skitouren im Land Salzburg in Das Kino als auch auf der Bühne im “Oval” präsentieren wird.

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