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2020: Historischer Tiefstand an Verkehrstoten erwartet

Ziel aus Verkehrssicherheitsprogramm wird trotzdem nicht erreicht.
Ziel aus Verkehrssicherheitsprogramm wird trotzdem nicht erreicht. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Für das Jahr 2020 wird in Österreich ein historischer Tiefstand bei den Verkehrstoten erwartet. Der Rückgang ist auf die gesunkene Mobilität während der Coronapandemie zurückzuführen.

Das Ziel aus dem österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm VSP - die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 auf 311 Tote zu senken - wird jedoch nicht erreicht werden, berichtete das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Donnerstag. Bisher starben heuer 307 Menschen bei Verkehrsunfällen (Stand 15. November).

Jahr 2020 mit geringsten Verkehrstoten seit Aufzeichnungsbeginn

Klar ist aber bereits, dass 2020 die geringste Anzahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1960 zu verzeichnen sein wird. Im Vorjahr wurden im Vergleichszeitraum 377 Menschen bei Unfällen getötet, 2018 waren es bis 15. November 370 Verkehrstote.

Trotzdem ist die Zahl der tödlich Verunfallten zu hoch. Bis 2020 hätte die Anzahl der Verkehrstoten ausgehend von den Unfallzahlen im Jahr 2010 um die Hälfte reduziert werden sollen. "Das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten um die Hälfte - und damit auf 311 Tote - zu reduzieren, wird nicht erreicht werden. Gemäß unserer Prognosen wird sich die Zahl der Verkehrstoten bis Jahresende noch auf ca. 339 Getötete im Straßenverkehr erhöhen", sagte Othmar Thann, Direktor des KFV. "Dass das Ziel zumindest annähernd in Reichweite gelangt ist, ist zu einem großen Teil auf die gesunkene Mobilität in Zeiten der heurigen Lockdowns zurückzuführen. Betrachtet man die Zahl der Verkehrstoten aus den Vorjahren, so wird deutlich, dass wir andernfalls 100 Menschenleben von dem Ziel aus dem österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm entfernt wären. Zur nachhaltigen Senkung der Verkehrstoten und damit der Erhöhung der Sicherheit auf unseren Straßen sind nach wie vor viele Anstrengungen notwendig."

Zu hohe Geschwindigkeit als Hauptunfallursache

Ein Blick auf die häufigsten Unfallursachen bei Straßenverkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang zeigt, dass der Anteil der tödlichen Verkehrsunfälle, deren Hauptunfallursache nichtangepasste Geschwindigkeit ist, im Vergleich zum Vorjahr von 24 Prozent auf 30 Prozent im heurigen Jahr angestiegen ist. Damit hat nichtangepasste Geschwindigkeit bei Unfällen mit Todesfolge die Ablenkung als Unfallursache Nummer eins abgelöst.

Gestiegen ist auch der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrstoten: Während im Vergleichszeitraum 2019 neun Prozent (33 Personen) der tödlich Verunglückten als Radfahrer unterwegs waren, waren es in diesem Jahr nach derzeitigem Stand zwölf Prozent (36 Personen). Das einzige Bundesland, in dem im heurigen Jahr mehr Verkehrstote verzeichnet werden mussten als im Vorjahr, ist Kärnten: Hier verstarben 2020 bereits 32 Personen - im Vergleichszeitraum 2019 verunglückten im südlichsten Bundesland 25 Verkehrsteilnehmer tödlich.

(APA/Red)

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