2007: Das Jahr der Bankräuber

77 Banküberfälle: Das war Rekord. Die Polizei sucht nach Gründen.

Die Bilanz für das Jahr 2007 war ohne Zweifel erschreckend. 77 Überfälle – aufgeklärt wurden keine 30 davon. Bei der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik nahm der Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung Wien, Dr. Scherz nun zu diesen miserablen Zahlen Stellung.

Einzaltäter überfiel im April 6 Banken
Scherz erwähnte zwei Serien, welche die Statistik deutlich nach oben zogen. Ende April konnte der Serbe Dalibor S. festgenommen werden. Der Bankräuber nahm im April gleich sechs Banken aus. „Er hat damit im Alleingang fast sämtliche Überfälle im April durchgeführt“, so Dr. Scherz.
Die zweite Serie führte eine dreiköpfige Bande durch, die sehr professionell agierte, und Angestellte wie Kunden in Postämtern zwang, sich auf den Fußboden zu legen. Als Erfolg konnte die Wiener Polizei schließlich die Festnahme eines Geldboten verbuchen, der mit der Bande allerdings nur am Rande zusammenarbeitete.

 

Rückgang an “Zetteltätern”
Zufrieden zeigte sich Dr. Scherz mit dem Rückgang der „Zetteltäter“. In den letzten Jahren hatten recht viele Räuber reiche Beute mit Drohzetteln gemacht, die sie den Bankangestellten einfach über die Theke reichten. „Die Banken haben auf unseren Wunsch hin das Verhalten bei solchen ‚primitiven Banküberfällen’ geändert. Jetzt ist dies scheinbar nicht mehr so einfach“, meinte Scherz dazu.
Auch dürften sich Raubüberfälle neuerdings nicht mehr recht rentieren. „Die durchschnittliche Ausbeute bei Überfällen ist im Vergleich zu den letzten Jahren zurückgegangen.”

Überzeugende Erklärungen zur geringen Aufklärungsrate blieb die Wiener Polizei leider schuldig. Offenbar steht man diesen Entwicklungen recht ratlos gegenüber.

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