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20 Kilo Gold von Wienerin gestohlen: Mutmaßlicher Täter vor Gericht

Am Donnerstag steht der mutmaßliche Täter vor dem Wiener Landesgericht.
Am Donnerstag steht der mutmaßliche Täter vor dem Wiener Landesgericht. ©APA
Ein Wiener Rechtsanwalt hat einem rumänischen Einbrecher verraten, wo eine 78-jährige Wienerin Gold in ihrer Wohnung versteckt hatte. So kam der mutmaßliche Einbrecher an 20 Kilo Gold. Nun steht er vor Gericht.
Wiener Anwalt verurteilt

Zu dreieinhalb Jahren Haft ist im vergangenen Oktober ein ehemaliger Wiener Rechtsanwalt verurteilt worden, weil er einem rumänischen Einbrecher verraten hatte, wo eine 78-Jährige in ihrer Wohnung 20 Kilogramm Gold versteckt hatte. Nun kann auch der unmittelbare Täter zur Verantwortung gezogen worden, der sich nach dem Coup mit dem Schatz im Wert von 700.000 Euro ins Ausland abgesetzt hatte.

Rumäne mit Europäischen Haftbefahl festgenommen

Der Rumäne, nach dem die Wiener Justiz mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet hatte, konnte im Dezember in Serbien festgenommen worden. Im Mai wurde er von den serbischen Behörden ausgeliefert, morgen, Donnerstag, muss sich der Mann vor einem Schöffensenat am Landesgericht verantworten.

Der Fall hatte im Vorjahr für enorme Schlagzeilen gesorgt. Die Ermittlungen gegen den 42 Jahre alten Anwalt wurden von der Staatsanwaltschaft als Verschlussakt geführt, Medienvertreter wurden ersucht, nicht vorzeitig über die Festnahme des Juristen zu berichten, da man befürchtete, sein rumänischer Bekannter könnte daraufhin komplett von der Bildfläche verschwinden.

Anwalt und Rumäne lernten sich in Pizzeria kennen

Der Anwalt und der Rumäne hatten einander in einer Pizzeria auf der Reinprechtsdorfer Straße kennengelernt. Der Rumäne hätte ihn "hofiert" und "verführt", behauptete der Rechtsanwalt später in seiner Gerichtsverhandlung. Eines Abends habe er diesem in alkoholgeschwängerter Stimmung verraten, eine Bekannte hätte ihr gesamtes Vermögen in Gold angelegt und horte dieses zu Hause. Daraufhin habe sein Bekannter beschlossen, dieser das Gold abzunehmen.

Frau bewahrte Gold in Wohnung in Wien-Leopoldstadt auf

Mit der 78-Jährigen hatte sich der Rechtsanwalt nach einer Busfahrt von einer Opern-Aufführung in Dresden angefreundet. Die gemeinsame Leidenschaft für die Oper verband die beiden. Die ältere Dame bewahrte 20 Goldbarren, die ihr einen unbeschwerten Lebensabend garantieren sollten, in ihrer Wohnung in Wien-Leopoldstadt auf, weil sie davon ausging, dass sie dort sicherer waren als in einem Bank-Schließfach. Der Anwalt missbrauchte das Vertrauen, das die 78-Jährige ihm entgegengebrachte, indem er ihr entlockte, dass sie ihren Schatz in einem Geheimfach unter einer Holzabdeckung am Kopfende eines Wohnzimmerschranks verwahrte. Dieses Wissen gab der Anwalt weiter. Ebenso fotografierte er für den Rumänen die in der Wohnung seiner Freundin angebrachte Alarmanlage und verschaffte ihm die Möglichkeit, an ihre Wohnungsschlüssel zu kommen. Am 9. Oktober 2017 wurde der Frau der Schatz gestohlen.

(APA/Red)

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