20 Jahre Bürgermeister Häupl in Wien: Gratulationen und Kritik zum Jubiläum

Jubiläum für Michael Häupl.
Jubiläum für Michael Häupl. ©APA
Am 7. November 1994 übernahm Michael Häupl (SPÖ) das Amt des Wiener Bürgermeisters und Landeshauptmanns von seinem Vorgänger Helmut Zilk. In diesen 20 Jahren verlor er die rote Absolute, eroberte sie wieder und schmiedete die erste rot-grüne Koalition. Zum Jubiläum gab es am Freitag viel Laudatio, aber auch Kritik.
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“Häupl ist ein Vollblutpolitiker, der seine Umgebung motiviert”, kam Gratulation und Lob per Aussendung vom Koalitionspartner, den Wiener Grünen. Der Bürgermeister habe “Mut und Weitsicht” bewiesen, auch aufgrund der ersten rot-grünen Regierungskoalition, hieß es. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Klubchef David Ellensohn betonten zudem die “gute, fruchtbringende Zusammenarbeit” in den vergangenen vier Jahren, man freue sich auf die weitere gemeinsame Arbeit.

Auch die eigenen Parteikollegen streuten Rosen: Unter Häupl habe sich Wien in eine “moderne und weltoffene Millionenmetropole” entwickelt, erklärte SPÖ-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler in einer Aussendung. Zudem seien viele “Jahrhundertprojekte” wie der Hauptbahnhof, das Krankenhaus Nord oder die Erschließung neuer Stadtteile wie der Seestadt Aspern in seiner Amtszeit verwirklicht worden.

Häupl für “ein tolerantes Wien”

Häupl trete stets für ein offenes, vielfältiges und tolerantes Wien ein, erklärte Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen LSBTI-Organisation (SoHo). “Sein Einsatz für Gleichstellung und der gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ist großartig”, meinte Traschkowitsch in einer Aussendung.

Auch die Wiener ÖVP gratulierte dem Bürgermeister zum 20-jährigen Jubiläum, brachte aber auch eine kleine Spitze an. “Ich halte ihn persönlich für einen gebildeten, weltoffenen Menschen, würde mir aber von ihm mehr Mut und Lust am Gestalten wünschen. Denn manchmal hat man den Eindruck auf gut wienerisch gesagt ‘es freut ihn nicht mehr'”, so Landesparteiobmann Manfred Juraczka.

Kritik von den Blauen

Wenig Grund zum Feiern sehen dagegen die Freiheitlichen: “Mit großem Pomp und auf Kosten Wiener lässt sich der Bürgermeister von seinen Genossen und einem Gutteil seiner sozialistischen Profiteure abfeiern, während die Bundeshauptstadt gleichzeitig von einer Katastrophe in die nächste schlittert”, kritisierte Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Die Stadt Wien breche unterdessen sowohl in Sachen Arbeitslosigkeit, Kriminalitätsrate als auch Schulden “alle Negativrekorde”. Es sei daher “höchst an der Zeit”, dass Häupl endlich seinen Hut nehme, so Strache.

Offiziellen Festakt gibt es zum Jubiläum übrigens keinen. Für den Abend war lediglich ein Besuch hoher roter Politiker vorgesehen.

Spitzen-Sozialdemokraten gratulierten

Prominente Sozialdemokraten erschienen höchstpersönlich: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), sein französischer Amtskollege Manuel Valls, der deutsche Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel sowie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz statteten dem Stadtchef am frühen Abend eine Kurzvisite ab. Die Parteifreunde weilten am Freitag in Wien, um im Rahmen eines informellen Arbeitsgesprächs über das EU-Investitionspaket zu beraten.

Und ähnlich wie dieses ging auch das Treffen mit Häupl weitgehend hinter verschlossenen Türen über die Bühne. Für Medienvertreter gab es lediglich einen kurzen Fototermin, bei dem der Bürgermeister die offiziellen Gratulationen entgegennahm.

Kein großer Feierakt

Auf einen großen Festakt zum Jubiläum wird im Rathaus verzichtet. Lediglich ein Gedankenaustausch steht noch am Programm: Häupl nimmt am Abend an einer Diskussion unter dem Motto “Zukunftsaussichten und Perspektiven für Wien” teil. Mit dabei sind auch Landtagspräsident Harry Kopietz (SPÖ) und der Genetiker Josef Penninger.

Mehr zum Thema: Die besten Zitate zum Häupl-Jubiläum.

(APA/Red.)

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