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20 Jahre Michael Häupl: Die besten Zitate des Wiener Bürgermeisters

20 Jahre Häupl in Zitaten
20 Jahre Häupl in Zitaten ©APA
Vor 20 Jahren übernahm Michael Häupl das Wiener Bürgermeisteramt. Der inzwischen zweitlängstdienende Bürgermeister in der Geschichte Wiens gilt nicht nur als mächtige Stimme in der SPÖ, sondern auch als verlässlicher Lieferant pointierter Sager.

Das Image des mittlerweile 65-jährigen Stadtchefs Michael Häupl aoszilliert zwischen gewiefter Taktiker, flotter Sprücheklopfer und zuweilen grantelnder Machtmensch. Mit Aussprüchen wie “Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz” hat sich Häupl längst in die heimischen Zitate-Anthologien eingeschrieben. Im Folgenden eine Auswahl an Zitaten.

“Ich bin Bürgermeister, nicht Gott.”

Häupl zeigte immer wieder Bereitschaft zur Selbstreflexion:

“Ich bin ein lockerer Bursche.” – Meinte er etwa 2008, noch mit der absoluten Mandatsmehrheit ausgestattet.

“Ich bin kein zweckentleerter Motschkerant.” – Nörgeln ohne Ziel ging bei Häupl auch 2009 nicht.

“Ich bin Bürgermeister, nicht Gott.” – Manche erwarteten 2009 scheinbar zu viel von Häupl und seiner Absoluten.

“Ich bin weit weniger autoritär als mein Ruf.” – 2012 musste man sich die politische Macht bereits mit den Grünen teilen, und tat das zumindest diesen Beteuerungen nach auch wirklich.

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Die besten Häupl-Zitate

1993 übernahm Häupl das Amt des Wiener Landesparteivorsitzenden, 1994 wurde er schließlich Bürgermeister. Seitdem setzt er immer wieder Impulse in der Wiener SPÖ, sei es im Programm oder im Wahlkampf:

“Wien darf nicht verwechselbar mit dem Zentralfriedhof werden.” – Vor allem in Sachen Jugendkultur sah der Parteichef 1996 bei der Präsentation des SPÖ-Wahlprogramms noch Aufholbedarf

Immerhin sei die SPÖ die “lustigere Partei, wenn ich mir all die anderen mieselsüchtigen Koffer anschaue, die so herum rennen.” – Diese Aussage Häupls 1999 sorgte für einiges an Aufsehen, von der Opposition wird sie ihm ab und an gerne heute noch vorgeworfen.

“Man schickt mich in den Krieg gegen diesen Finsterling, um auch in Zukunft ein von der Welt bewundertes Wien zu haben. Okay. Ich mach’ das. Aber dann darf man mich nicht schimpfen, wenn ich aus einer Schlacht verschwitzt, leicht blutig und gelegentlich mit groben Worten zurückkomme.” – Die Freiheitlichen mauserten sich im “Kampf um Wien” jedoch bald zum Erzfeind Nummer Eins, 2008 in Form von “dunklen Mächten” vulgo Heinz-Christian Strache.

“Wien ja nicht in Deppen-Hand.” – Und wieder der Wahlkampf: Häupl dichtete 2009 nach freiheitlichem Vorbild.

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Bürgermeister ohne Zurückhaltung

Für seine Zurückhaltung war der Bürgermeister allerdings ohnehin nie bekannt:

“Ihr könnt einen von diesen Blödeln wählen, aber ihr müsst wissen, was ihr tut.” – Die Wiener Opposition kam 2008 nicht sonderlich gut weg.

“Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz. Da passieren halt gelegentlich Dinge, die nicht gescheit sind – leider auch in der eigenen Partei” – 2005 setzte es auch eine Rüge für die eigenen Mitstreiter.

“Ich bin Teil dieses Wahlkampfes und damit auch Teil der fokussierten Unintelligenz.” – Und noch mal diese Sache mit dem Fokus, 2013 allerdings mit einem selbstkritischen Unterton.

“Wenn Sie ihre Tochter nicht in die Schule lassen, dann reiß ich ihnen die Ohrwascheln ab.” – Aber auch Dritte kommen ab und zu in den Genuss der direkten Art des Bürgermeisters, 2008 beispielsweise einem türkischen Vater am Wiener Brunnenmarkt.

Nach dem Verluste der Absoluten

Mit der Wien-Wahl 2010 verlor die Wiener SPÖ die absolute Mandatsmehrheit und musste sich einen Koalitionspartner suchen. Zum ersten Mal in der Wiener Geschichte fiel die Wahl dabei auf die Grünen:

“Ich habe mich zu entscheiden gehabt, ob ich mit einem Partner zu leben habe, mit dem ich mich um die eine odere andere Straße streite, oder mit einem Partner, mit dem ich mich täglich um die Bildungspolitik streite.” – Häupl begründete seine Entscheidung vor allem mit inhaltlichen Übereinstimmungen – damals hatte er freilich noch nichts von der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße gehört. (2010)

“Wir werden zuerst das Ei legen und es dann ausführlich begackern.” – Das Koalitionsabkommen steht am 12. November 2010, geht es nach dem Bürgermeister, soll dennoch ein Schritt nach dem anderen gesetzt werden.

“Man bringe den Spritzwein!” – Der Koalitionspakt, der am 15. November 2010, unterzeichnet wurde, musste natürlich auch gebührlich begossen werden.

Die Zukunft von Häupl

Seine Zukunft nach dem Bürgermeisteramt ließ Häupl meist im Ungewissen:

“Das Anforderungsprofil eines Bundespräsidenten verglichen mit meinem Charakterprofil ist inkompatibel.” – Bundespräsident kam jedenfalls 2011 noch nicht infrage.

“Wenn man hier im Haus auch nur andeutet, wann man beabsichtigt zu gehen, dann kommt der Amtsdiener nicht einmal mehr mit einem Kaffee herein.” – Das könnte natürlich auch in der Angst begründet sein, nach der Äußerung solcher Wünsche künftig am Trockenen zu sitzen. (2012)

“Seit 20 Jahren bereite ich mich auf ein Leben ohne die von der Demokratie geliehenen Macht vor.” – Für immer kann man allerdings nicht Bürgermeister bleiben, das war 2013 auch Häupl klar.

“Die Politiker von morgen werden eher trockene Managertypen. Wir Entertainer sterben aus.” – Ein bisschen Sorge um den Nachwuchs musste allerdings trotzdem sein. (2012)

Lesen Sie auch: 20 Jahre Michael Häupl – der Wiener Bürgermeister und seine Geschichte.

(APA)

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