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15.000 Menschen zu Königs Begräbnis erwartet

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Tausende Trauernde werden sich noch bis Samstag elf Uhr "vor dem Werk von Kardinal König verbeugen" - die Beisetzung findet am Samstag statt - es wird mit bis zu 15.000 Gästen gerechnet.    -> Kondolenzbuch

Der verstorbene Kardinal Franz König ist seit Freitag 9.00 Uhr im Wiener Stephansdom in einem offenen Sarg aufgebahrt. Bis Samstag 11.00 Uhr kann dort Abschied vom Wiener Alterzbischof genommen werden. Der Andrang war am Freitag Vormittag enorm. Um 9.30 Uhr war die Schlange der Trauernden vor dem Dom trotz frostiger Temperaturen rund 100 Meter lang.

Angeführt vom Domkapitel wurde der Sarg kurz nach 8.30 Uhr am Riesentor des Stephansdom empfangen. Anschließend wurde er in der so genannten Vierung des Doms aufgestellt. Der Zugang zum Dom erfolgt ausschließlich über das Primtor am Fuß des Südturms. Dort liegen auch vier Kondolenzbücher auf, bei denen binnen Minuten die ersten Seiten vollgeschrieben waren. Auch ein Online-Kondolenzbuch wurde unter -> http://stephanscom.at eingerichtet. Dort haben (Stand 14.45 Uhr) bereits fast 1.025 Menschen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen.


“Verbeugung vor seinem Werk”

Im Stephansdom fanden sich viele ältere, aber auch einige junge Menschen ein, um vom Kardinal Abschied zu nehmen. „Es ist eine Verbeugung vor seinem Werk“, sagte eine etwa 60-jährige Dame. Sie sei extra aus Niederösterreich gekommen. König habe einen „ganz wesentlichen Beitrag“ geleistet, um den „Zwist zwischen Arbeiterschaft und Kirche“ beizulegen.

Aber nicht nur die katholische Kirche nimmt Abschied. Um 16.30 Uhr findet ein kurzes orthodoxes Totengedenken am Sarg des Kardinals statt. Es ist das erste Mal, dass orthodoxische Seelsorger für einen katholischen Bischof ein Totengedenken halten. Das Begräbnis findet am Samstag ab 13.05 Uhr statt. Für alle jene, die nicht mehr in den Stephansdom kommen, wird eine Videoleinwand auf dem Stephansplatz aufgestellt.


Bischofsgruft in den Katakomben

Nach dem Requiem für Kardinal Franz König wird der verstorbene Wiener Erzbischof am Samstag in der Bischofsgruft in den Katakomben des Stephansdoms zur letzten Ruhe gebettet. In der erst 1953 eingeweihten Gruft sind laut Erzdiözese Wien 15 Erzbischöfe und Kardinäle zur letzten Ruhe gebettet. Auch Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym wurde nach seinem Tod 1984 auf Anordnung Königs dort bestattet.

Die Gruft entstand 1951. Sie ersetzte die alte Bischofsgruft im Nordchor, aus der die kirchlichen Würdenträger – beginnend mit dem 1630 verstorbenen Kardinal Melchior Khlesl – großteils in neuen Kupfersärgen umgebettet wurden.

Jeweils drei Särge finden in der Gruft übereinander Platz. Vor jedem befindet sich ein Gitter, auf dem das bischöfliche Wappen sowie Namen und Lebensdaten der Verstorbenen angebracht sind. Alljährlich am Allerseelentag hält der regierende Erzbischof in der Gruft ein Requiem für seine Vorgänger.

Bilder:

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  • Redaktion: Birgit Stadtthaler

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