1.200 Meter tiefer Blick in den Grand Canyon

Der Grand Canyon wird ab dem 28. März 2007 um eine Attraktion reicher: Die freischwebende Aussichtsterrasse, der so genannte Skywalk, der einen senkrechten Blick zum Colorado-River bietet, wird eröffnet.

Die 30 Mio. Dollar teure Glas- und Stahlterrasse, die ganze 21 Meter in den Canyon hineinragt, hätte eigentlich schon Ende 2006 eröffnet werden sollen. Zusätzliche Sicherheitstests hatten die Eröffnung schließlich um weitere Monate verspätet. Ende März soll die Terrasse von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang für 25 Dollar neue bisher unbekannte Ausblicke auf die weltberühmte Schlucht bieten.

Rekordverdächtiges Bauwerk
Die Idee zum Bau des Skywalk kommt vom Unternehmer und Architekten David Jin aus Las Vegas. Zusammen mit den Hualapai-Indianern, denen das Land gehört, wurde sein Konzept einer freischwebenden Glasterrasse nun am Grand Canyon West Wirklichkeit. “Grand Canyon West liegt rund 200 Kilometer östlich von Las Vegas im Joshua Tree Forest”, so Kathrin Berns, PR-Managerin der Destination Grand Canyon Deutschland, im pressetext-Gespräch. “Schon die Anreise zum Skywalk führt durch ein landschaftlich sehr reizvolles Gebiet”, meint Berns. Der Skywalk ist die höchste Stahl- und Glaskonstruktion weltweit. “In den ersten Monaten wird die Beobachtungsplattform nur von einem Tunnel aus erreichbar sein. Später wird ein Besucherzentrum mit Museum, Kino, Restaurants, Bars und Geschäften hinzukommen”, so Berns.

Alleine schon die technischen Eckdaten des Skywalk lesen sich wie das Guinness Buch der Rekorde: 35 Mio. Kilogramm Belastungen soll die Aussichtsterrasse aushalten. Was das Unterfangen noch schwierig macht, ist die Tatsache, dass der 350 Mio. Jahre alte Sandstein des Canyons sehr brüchig und porös ist. Herabfallendes Geröll gehört hier zum Alltag, wie Geologen erklären. Mit einer Geschwindigkeit von 1,3 Zentimetern pro Minute wird der Stahlring vom Rand der Schlucht nach draußen geschoben. Betonringe werden wie Anker die Konstruktion halten.

Belebung des Tourismus
Die Beschaffenheit des Sandsteins lässt manche Einwohner des Ortes allerdings ziemlich skeptisch werden. Sie geben der Konstruktion keine lange Überlebensdauer. Umgekehrt sehen die Hualapai, denen das Land gehört, erstmals mehr Chancen auf Touristen, denn bisher kamen jährlich nur rund 125.000 Besucher zum Grand Canyon West, während der Grand Canyon National Park rund vier Mio. Gäste jährlich zählt. Grand Canyon West ist außerdem der einzige Ort an der großen Schlucht, in der Helikopter bis zum Grund hinunter fliegen können. Die Ortschaft bietet zudem auch noch andere Tourismus-Attraktionen wie ein Indianerdorf, einen Markt mit lokalen Produkten sowie eine Westernstadt. Auch hier setzt die lokale Bevölkerung auf Qualität: Das Visitor Center wird im traditionellen Stil aus Sandstein errichtet. Ein Luxusrestaurant mit Blick direkt in den Canyon soll auch beim Essen sensationelle Einblicke in die Schlucht bieten.

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