Wiener Pferdefest 2013 wird vermutlich um einen Tag verkürzt

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Im kommenden Jahr wird das Wiener Pferdefest in der Stadthalle vermutlich um einen Tag verkürzt.
Im kommenden Jahr wird das Wiener Pferdefest in der Stadthalle vermutlich um einen Tag verkürzt. - © APA/ Georg Hochmuth
Mit dem sportlichen Teil des Wiener Pferdefests ist Veranstalter Sepp Göllner sehr zufrieden, nur die Anzahl der Besucher ließ heuer zu wünschen übrig. Im kommenden Jahr wird das Turnier um einen Tag verkürzt, behält aber seinen Fünf-Stern-Status.

“Wir haben Topsportler da gehabt und tollen Sport gesehen. Wir haben hinter den Kulissen viel verbessern können und auch im Messebereich viel Neues gestalten können”, hob Göllner zunächst die Positiva hervor. Allerdings habe sich gezeigt, dass man doch am Ablauf etwas ändern muss. “Es gibt Überlegungen, auf vier Tage zu verkürzen. Der Kindertag fällt aber nicht weg, sondern wir werden die reinen Sporttage von vier auf drei Tage verkürzen”, sagte der Turnierboss.

Wenig Zuschauer in der Stadthalle

Dies sei auch ein internationaler Trend. Natürlich hätte man sich mehr Zuschauer erhofft. “Wir wissen aber auch, dass es in diesen Zeiten wirtschaftlich nicht so einfach ist. Die Besucher kommen nicht wie früher drei, vier Tage, sondern ein-, maximal zweimal.” Für die Riesenhalle sei der Besuch aber zu wenig. Darum wird man das Programm komprimieren. Sportlich möchte Göllner am Fünf-Stern-Status nicht rütteln. “Im Gegenteil. Wir wollen auch die Dressur noch auf Fünf-Stern-Niveau aufrüsten.”

Sieger beim Pferdefest 2012

Christian Schranz, der im Grand Prix als Fünfter bester Österreicher wurde, sieht das ebenso und glaubt, dass die Reiter vermehrt mit ihren besten Pferden anreisen. “Weil es eben auch in den Nebenbewerben mehr Geld zu verdienen gibt.” Der große Sieger des Schluss-Abends war freilich Martin Fuchs, mit 20 Jahren jüngster Reiter im Feld, der sich bereits im August in Ebreichsdorf auch zum Europameister der Jungen Reiter gekürt hat. Der Schweizer, Sohn von Thomas und Neffe von Markus, setzt die Tradition in der so erfolgreichen Reiterfamilie fort. Noch vor sechs Jahren saß er mit 14 vor dem Fernseher und drückte Beat Mändli mit Principal die Daumen – nun hat er selbst hier gewonnen – auf dem gleichen Pferd. “Ich habe noch in Erinnerung als Beat hier gewonnen hat, da habe ich mitgefiebert. Diesmal hat mir Beat auf der Tribüne die Daumen gedrückt.”

 Dass er in diesem jungen Alter ein Riesenversprechen für die Zukunft abgegeben hat, weiß Fuchs: “Ich habe die Latte jetzt etwas hoch gesetzt, aber natürlich hoffe ich, noch mehrere Male hier gewinnen zu können. Aber es ist schwierig bei einem Fünf-Stern-Turnier hier vorne stehen zu können.” Der Siegespreis war übrigens 37.500 Euro, nicht 49.500, wie zunächst von der Meldestelle verbreitet. Die Aufteilung der Dotation wird neuerdings durch einen Prozentschlüssel ermittelt und steht nicht wie in den Jahren davor bereits länger vorher fest.

Österreichische Teilnehmer schlugen sich gut

1,17 Sekunden Vorsprung hatte Fuchs auf den zweifachen Olympia-Silbermedaillengewinner von London, den Niederländer Gerco Schröder. “Gerco hat schon so viel gewonnen in seinem Leben, da konnte er mir auch einmal den Vortritt lassen”, sagte Fuchs grinsend in Richtung Schröder. Die letzte Wendung hat mir ein bisschen Zeit gekostet”, meinte der Niederländer, der seinen zweiten Wien-Auftritt nach 2011 besonders genossen hat. Den neuen Abreiteplatz in der Eishalle lobte Schröder wie viele andere in höchsten Tönen. Die rund 100.000 Euro Investition haben sich da bezahlt gemacht.

Österreich schlug sich gerade im Grand Prix ausgezeichnet und brachte wie 2008 insgesamt vier Reiter unter die Top Ten, drei davon im Stechen. Der 45-jährige Niederösterreicher Schranz war mit einem Abwurf Fünfter, unmittelbar vor der wie Fuchs erst 20-jährigen Stefanie Bistan, Gerfried Puck wurde Achter, Stefan Eder war als Zehnter nur um 0,28 Sekunden am Stechen vorbeigeschrammt. “Das Turnier ist ein bisschen holprig für mich losgegangen, heute war es ideal. Im Stechen war ein kleiner Reiterfehler dabei, deswegen kam der Fehler”, sagte Schranz nach seinem besten Ergebnis 2012. “In Wien Fünfter zu werden, ist für mich wie ein Gewinn.” Immerhin 10.500 Euro hat es ihm eingebracht, seine nächsten Einsätze sind für den Gatten der früheren Spitzenreiterin Sabine Seeburger-Schranz in Budapest und Salzburg.

 Tolles Ergebnis für Familie Schranz

Die beiden sind Eltern zweier Kinder und mit Tochter Lisa haben sie auch für vielversprechenden reiterlichen Nachwuchs gesorgt. Und gerade Lisa hatte ganz zu Beginn des Pferdefests am Donnerstag mit einem bösen Sturz in einem Nachwuchsbewerb Sorge bereitet: Sie war sogar ohnmächtig liegen geblieben, später ist eine Gehirnerschütterung konstatiert worden. “Es geht ihr schon wieder gut”, gab der Herr Papa Entwarnung. Zur Ehrung für Team-Silber bei der Kinder-EM in diesem Jahr durfte sie tags darauf sogar kurz einreiten. Und am Schlusstag schloss sich der Kreis für die Familie Schranz mit dem tollen Ergebnis im Großen Preis. (APA)

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