Vor EM werden noch die Stadion-Kontrollen nachgebessert

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Die Sicherheitskontrollen sollen zur EM noch nachgebessert werden.
Die Sicherheitskontrollen sollen zur EM noch nachgebessert werden. - © AFP
Erneut kam es vor der Fußball-EM zu Problemen bei Sicherheitskontrollen im Stade de France. Beim französischen Cup-Finale hätten die verschärften Vorkehrungen am Stadion nördlich von Paris in einigen Punkten nicht funktioniert, wurde am Montag eingeräumt. Das Innenministerium kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an.

Es sei Fans am Samstag gelungen, trotz der Kontrollen verbotene Gegenstände wie Rauchbomben ins Stadion zu bringen, sagte Philippe Galli, Präfekt des Departements Seine-Saint-Denis, im Radiosender Europe 1: “Das zeigt zunächst, dass die Durchsuchungen nicht so gelaufen sind, wie sie sollten.” Vermutlich seien die Sicherheitsleute vom Andrang der Fans überfordert worden.

Im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis sollen unter anderem das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft am 10. Juni und das Finale ausgetragen werden. Die österreichische Nationalmannschaft trägt dort am 22. Juni ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Island aus.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen nach Terror

Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich sind strenge Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, im Land gilt weiter der Ausnahmezustand. Am 13. November hatten sich im Umfeld des Stade de France drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, während dort Deutschland gegen Frankreich spielte.

Innenminister Bernard Cazeneuve bestellte bereits am Sonntag Vertreter der EM-Organisatoren und des Fußballverbandes FFF ein, um Konsequenzen aus dem Cup-Finale zwischen Paris St. Germain und Olympique Marseille zu ziehen. Dabei sei entschieden worden, die “Störungen” schnell zu korrigieren: Es solle sichergestellt werden, dass Fans schnell auf das Gelände gelangen und die Kontrollen durch private Sicherheitsfirmen zuverlässig funktionieren.

Probleme bei Sicherheitskontrollen im Stade de France

Die Besucher konnten das Stadiongelände am Samstag durch nur vier Zugänge betreten, dort stauten sich teilweise die Menschenmassen. Erstmals war eine mehr als mannshohe Barriere um das Stade de France errichtet worden. Zudem wurden Besucher dreimal überprüft: Polizisten sollten verhindern, dass jemand Langwaffen oder Sprengstoffgürtel ins Stadion mitnimmt. Anschließend mussten die Fans zwei weitere Kontrollen privater Sicherheitsleuten passieren. Dabei wurden sie auch abgetastet.

Präfekt Galli äußerte sich optimistisch, die Probleme bis zum Start der EM zu lösen. Das neue Kontroll-System sei schon bei sechs vorherigen Spielen getestet worden und habe funktioniert. Das Innenministerium betonte, die Besonderheiten der Partie zwischen den französischen Erzrivalen erlaubten nicht, es als Test für die EM zu verstehen.

Der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, betonte, es sei nur ein Teil der für das Turnier geplanten Sicherheitsmaßnahmen im Einsatz gewesen. “In drei Wochen können wir noch wichtige Entscheidungen für Veränderungen treffen, falls uns Dinge nicht zufriedenstellen”, sagte er dem Sender France Info.

Im Mittelpunkt der Debatten um die EM-Sicherheit stehen auch die geplanten Fanmeilen, unter anderem am Pariser Eiffelturm. Ex-Präsident und Oppositionspolitiker Nicolas Sarkozy bezeichnete die Fanzonen als Risiko, während Premierminister Manuel Valls betonte, sie sollten aufrechterhalten werden, wenn es keine besondere Bedrohung gebe. “Die Euro muss stattfinden”, sagte er dem Sender BFMTV am Sonntagabend. “Wir müssen leben”, sonst sei es “ein Sieg der Terroristen”.

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(APA/Red)

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