Vierjährige in Wien-Hernals erstochen: Familie stand vor Delogierung

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Am Tatort in Wien-Hernals
Am Tatort in Wien-Hernals - © APA
Die Familie jenes vierjährigen Mädchens, das am Dienstag in Wien-Hernals offenbar von seiner Mutter erstochen wurde, ist vor der Delogierung gestanden. Wie der Hausverwalter Wiener Wohnen bestätigte, war in der Früh ein Delogierungstermin angesetzt gewesen.

Bereits zuvor lief die Familie immer wieder in Gefahr, die Wohnung zu verlieren.

Delogierung drohte: Familie konnte Miete nicht aufbringen

Es soll bereits der sechste Delogierungstermin gewesen sein. Wieso die offenbar in geordneten Verhältnissen lebende Familie derartige Probleme mit dem Aufbringen der Miete hatte, war bei Wiener Wohnen nicht bekannt. Die Hausverwaltung unterstrich zudem, dass es eine Reihe von Hilfsmöglichkeiten – von Ratenvereinbarungen bis hin zu Zuschüssen – gibt, die soziale Härtefälle abfedern können. Dass die Familie Geldprobleme hatte, bestätigte eine Nachbarin, bei der sich die Mutter wenige Stunden vor der Tat 200 Euro geliehen hatte.

Nachbarin beschrieb Mutter als “normale Frau”

Die Nachbarin, die mit der Frau gut bekannt gewesen ist, beschrieb die 38-Jährige als “normale Frau”, die ihre Kinder im äußersten Fall einmal anschrie. Es habe aber nie irgendeinen Hinweis darauf gegeben, dass sie ihnen gegenüber gewalttätig geworden wäre. Auch von etwaigen psychischen Problemen wusste sie nichts.

Beschwerden über die Familie gab es laut Wiener Wohnen ebenfalls keine. “Es gab keine Auffälligkeiten”, sagte eine Sprecherin. Auch amtsbekannt war die Familie nicht – niemals war sie bisher behördlich aufgefallen. Seitens des Jugendamts gab es keinen Kontakt mit der Familie.

Bluttat in Wien-Hernals: Mutter tatverdächtig

Das vierjährige Mädchen war Dienstagfrüh von Einsatzkräften in einer Wohnung einer Gemeindebauanlage in Wien-Hernals in einer Blutlache liegend gefunden worden, nachdem der Bruder es entdeckt und bei den Nachbarn Alarm geschlagen hatte, welche die Polizei riefen. Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung versuchten noch, das Leben des Mädchens zu retten. Doch die Vierjährige erlag ihren schweren Verletzungen.

Die Mutter befand sich noch in der Wohnung – die schwer geschockt wirkende Frau ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Der Vater des Mädchens war zum Tatzeitpunkt in der Arbeit. “Ihn hat die Nachricht aus heiterem Himmel getroffen”, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer.  Was die Frau dazu getrieben haben könnte, ihr eigenes Kind mit einem Küchenmesser zu attackieren, war rätselhaft. Es gab im Vorfeld offenbar keinerlei Anzeichen für die Tat.

>> Vierjährige offenbar von Mutter erstochen

(apa/red)

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