Van der Bellen siegt bei der BP-Wahl: Reaktionen aus der Politik

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP/r.) und Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) über den Wahlsieg.
Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP/r.) und Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) über den Wahlsieg. - © APA
Sowohl national als auch international dominierten die positiven Reaktionen auf den Wahlsieg von Alexander Van der Bellen.

Van der Bellen, der im BP-Wahlkampf auch Unterstützung von SPÖ, NEOS und ehemaligen ÖVP-Granden erhalten hatte, schloss am Montag eine fulminante Aufholjagd erfolgreich ab. Knapp 14 Prozentpunkte hatte er nach dem ersten Wahlgang Rückstand auf seinen freiheitlichen Kontrahenten Norbert Hofer, mit Hilfe der Briefwähler gelang das Projekt.

Denn bei ihnen erreichte Van der Bellen fast 62 Prozent, womit er sich mit dem knappstem Wahlsieg der Zweiten Republik das höchste Amt im Staat sicherte. 31.026 Stimmen trennten die beiden Kontrahenten. Der Grüne erzielte letztendlich in allen Landeshauptstädten die Mehrheit. Schwacher Trost für Hofer ist, dass er mit Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten, dem Burgenland und Salzburg die Mehrheit der Bundesländer hinter sich brachte.

FPÖ “traurig” über Wahlausgang

Der Freiheitliche, der noch am Wahlabend einen deutlichen Vorsprung auf Van der Bellen aufgewiesen hatte, zeigte sich in einer ersten schriftlichen Reaktion “traurig”. Der Einsatz für den Wahlkampf sei aber “nicht verloren sondern eine Investition in die Zukunft”.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache glaubt, dass die FPÖ trotz der heutigen Niederlage bereits eine Wende in der österreichischen Politik eingeleitet habe. Ob man es mit einer Anfechtung der Wahl versucht, entscheiden die Freiheitlichen am Dienstag in einem Vorstand.

Grüne: “Guter Tag für Österreich”

“Es ist ein guter Tag für Österreich”, sagte Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig über den Erfolg ihres vormaligen Förderers, der nunmehr erstes Grünes Staatsoberhaupt des Landes ist. Van der Bellen werde Österreich “in seiner besonnen Art, mit seiner Erfahrung und Zuversicht gut voranbringen”. Auch Bundespräsident Heinz Fischer betonte, er traue es seinem Nachfolger “absolut” zu, dass dieser die richtigen Worte finden werde, um gravierende Unstimmigkeiten zuzuschütten.

Eine erste Besprechung mit seinem Nachfolger hat Fischer bereits für morgen angesetzt. Mittwoch ist dann Hofer, dem er ebenfalls Respekt zollte, in die Hofburg geladen.

Auch Bundeskanzler Kern erfreut

Froh ist man auch im Bundeskanzleramt über das neue Staatsoberhaupt. Regierungschef Christian Kern (SPÖ), der seine Stimme für Van der Bellen öffentlich gemacht hatte, betonte, dass die Regierung in ihm einen Partner wisse, der pro-europäisch und weltoffen sei sowie für eine Politik stehe, die Chancen in der Vordergrund stelle und nicht die Ängste bediene. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hob besonders die Funktion des Präsidenten als “Türöffner für die Wirtschaft” hervor, wo er keine Probleme mit dem neuen Staatsoberhaupt erwartet. Freudig auf den neuen Präsidenten wartet auch NEOS-Obmann Matthias Strolz, während das Team Stronach enttäuscht vom Ausgang war.

International waren die Reaktionen praktisch durchgehend positiv. So meinte etwa der französische Premier Manuel Valls, erleichtert zu sein, dass die Österreicher den Populismus und den Extremismus zurückgewiesen hätten. Deutschlands Staatsoberhaupt Joachim Gauck freute sich, dass ein überzeugter Europäer ins Amt komme, den er bald in Berlin empfangen wolle.

(APA)

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