Ungelöste Rätsel: Über Wunderwerke der Welt, die es nicht geben dürfte

Von Verena Kaufmann
1Kommentar
Welche Bedeutung haben Kultsteine und lebten Dinosaurier und Menschen gemeinsam?
Welche Bedeutung haben Kultsteine und lebten Dinosaurier und Menschen gemeinsam? - © Reinhard Habeck/Pichler Verlag/Cecil N. Dougherty
Ein Vorzeitcomputer aus dem antiken Griechenland, Hinweise auf eine überlebende Saurier-Population in Afrika und Flugzeuge der alten Pharaonen: All diese Artefakte sind “Wunderwerke”, die eigentlich nicht existieren dürften. In unserem äußerst spannenden Buchtipp wird getreu dem Motto “I want to believe” versucht, ungelösten Rätseln längst vergangener Tage auf den Grund zu gehen.

Wie soll man Artefakte aus vergangenen Jahrtausenden einordnen, wenn sie so gar nicht in das vertraute Weltbild passen? Reinhard Habeck, Autor des Buches “Ungelöste Rätsel” und Mitinitiator der 2001 realisierten Wanderausstellung “Unsolved Mysteries”, startet den Versuch zu verstehen, ob und warum unsere Vorfahren offenbar fortschrittlicher lebten als wir uns bisher vorstellen konnten.

Auf über 200 Seiten werden dem Leser teils unglaubliche Wunderwerke alter Kulturen präsentiert, die Fachwelt bezeichnet sie als “Out Of Place Artifacts”, kurz “OOP Arts”. Viele dieser Entdeckungen bekommen oft viel zu schnell den Stempel “mutmaßliche Fälschung” aufgedrückt, da sie wegen ihrer Altersdatierung, der raffinierten Technik oder der für uns noch fremdartigen Charakteristik einfach als “unmöglich” erscheinen.

Dem Himmel so nah: Die alten Pharaonen und ihre Geheimnisse

Eines sei vorweg gesagt: Als Leser dieses Buches wird man mit allerlei Geheimnisvollem sprichwörtlich überrumpelt. Frei nach den X-Akten hilft es dann, dem Glaubenssatz “I want to believe” zu folgen und sich auf die Inhalte und Erzählungen ohne Vorurteile einzulassen. Oder wie will man sonst glauben, dass vielleicht schon die alten Ägypter Flugexperimente durchgeführt oder Genmanipulationen an Lebewesen vorgenommen haben?

Geht es nach den Funden, die in der Totenstadt Sakkara (südlich der ägyptischen Pyramiden von Giseh) gemacht wurden, handelt es sich dabei nicht nur um leere Behauptungen. Beispielsweise war die “Taube von Sakkara” einst eine Grabbeigabe und wird um 250 v. Chr. datiert. Sie wurde aus einem Maulbeerfeigenbaum geschnitzt und ähnelt in ihrer Optik einem Segelflugzeug-Modell. Und tatsächlich: Flugexperimente mit größeren maßstabsgetreuen Modellen bestätigen den Eindruck, dass der pharaonische “Vogel” flugtüchtig ist.

3
Foto: Tatjana Ingold

Doch kommen wir noch einmal zu den Genmanipulationen zurück: Zugegeben, diese Annahme erscheint zuerst mehr als abenteuerlich, doch angesichts der Tatsache, dass in einer Katakombe, ebenfalls in Sakkara, riesige Steinsarkophage (vier Meter lang, zweieinhalb Meter breit, dreieinhalb Meter hoch) mit schauderlichem Inhalt aufgefunden wurden, lässt den Leser diesen Gedanken weiterführen. Der Inhalt der Granittruhen widerspricht nämlich den uns bekannten Bestattungsriten der alten Ägypter, es scheint fast so, dass man jede Art der Unsterblichkeit bzw. Wiedergeburt verhindern wollte.

Über ungelöste Rätsel aus dem Wienerwald

Auf der Suche nach ungelösten Rätseln macht der Autor auch im Wienerwald Halt. Die Herkunft “Heiliger Abdrücke” und kurioser Kultsteine ist umstritten, so auch der “Hängende Stein” bei Unterkirchbach im nördlichen Wienerwald. Der Sandsteinblock scheint über einem Steilhang förmlich in der Luft zu schweben, Strahlenforscher sehen in diesem Ort außerdem einen “Kraftplatz”. Es heißt, dass der Stein einst ein heidnischer Opferstein gewesen sein soll. Doch was wurde geopfert? Und woher stammen die zahlreichen “Verschönerungen” auf der Oberfläche?

1
Foto: Reinhard Habeck

Das Gebiet um den “Hängenden Stein” im Wienerwald gilt allgemein als archäologisch eher unerschlossen. Es gibt noch viel Unbekanntes zu entdecken, beispielsweise bearbeitete Steine, deren Bedeutung bis heute nicht herausgefunden werden konnte. Ein Ausflug oder eine Entdeckertour in den mystischen Wienerwald lohnt sich also.

In einem Land vor unserer Zeit – oder doch nicht?

Unserem Wissensstand nach starben die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren aus. Das Auftreten erster menschenartiger Lebewesen war vor vier bis sechs Millionen Jahre, der “Homo sapiens” selbst existiert erst seit rund 200.000 Jahren. Doch was bisher als unmöglich erachtet wurde, könnte nun das vertraute Weltbild auf den Kopf stellen: Was wäre, wenn Urzeit-Artefakte auf eine Koexistenz zwischen Dinos und Menschen hindeuten?

Der moderne Mensch könnte dann viel älter sein, als bisher gedacht. Ein fossilisierter Finger aus der Kreidezeit, urzeitliche Hände in einer Steinplatte oder versteinerte Fußabdrücke und Früchte deuten allem Anschein nach darauf hin.

2
Foto: Cecil N. Dougherty

Wenn man all die “Kuriositäten” als unmöglich oder gefälscht ansieht, bleibt immer noch die Hoffnung auf den letzten überlebenden Saurier. Nein, damit ist ausnahmsweise nicht “Nessie”, das Ungeheuer von Loch Ness in Schottland gemeint, sondern ein rätselhaftes Lebewesen, das im schwer zugänglichen Sumpfgebiet in der afrikanischen Volksrepublik Kongo angeblich bereits mehrfach gesichtet wurde. Einheimische nennen es “Mokele-Mbembe” und schwören, dass Fußabdrücke der Riesenechse drei Zehen aufweisen.

4
Foto: Wikimedia Commons (Sailko)

Wunderwerke, die es nicht geben dürfte

Fazit: Das Buch “Ungelöste Rätsel” von Reinhard Habeck hat es definitiv in sich. Selbst kritische Leser werden in den Bann des Unmöglichen gezogen, scheinen die präsentierten Artefakte aus längst vergangenen Tagen doch tatsächlich auf den unterschätzten Wissensschatz unserer Vorfahren hinzuweisen.

Mit zahlreichen Bildern illustiert werden die “OOP Arts” in acht Themenbereiche eingeteilt. Dem Autor war dabei wichtig, dass er aus erster Hand berichtet, sprich, die meisten im Buch vorgestellten Wunderwerke konnte er bereits selbst in Augenschein nehmen. Außerdem können fast alle davon selbst vor Ort in Museen oder Sammlungen besichtigt werden.

Eines steht nach der Lektüre jedenfalls fest: Die Konfrontation mit dem Geheimnisvollen kann sowohl Staunen als auch Skepsis hervorrufen: “So etwas kann es doch gar nicht geben!” Doch, kann es.

Für alle, die nun ebenfalls das Interesse an den Kuriositäten der Welt gepackt hat: Das Buch “Ungelöste Rätsel” ist in allen Buchhandlungen und versandkostenfrei auf www.styriabooks.at erhältlich.

Buchtipp:

Ungelöste Rätsel. Wunderwerke, die es nicht geben dürfte

Verlag: Pichler Verlag

Autor: Reinhard Habeck

ISBN: 978-3-85431-709-8

9783854317098_Cover_300dpi

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


1Kommentar

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel