Stichwahl: Alexander Van der Bellen geht gegen Norbert Hofer ins Rennen

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Es wird ein Rennen zwischen Van der Bellen und Hofer werden.
Es wird ein Rennen zwischen Van der Bellen und Hofer werden. - © APA
Es ist nach einem spannenden Rennen gegen Kandidatin Irmgard Griss nun fix: Alexander Van der Bellen steht laut einer Hochrechnung von SORA/ORF mit Sicherheit in der Stichwahl.

Laut der Berechnung von 17.50 Uhr kommt der ehemalige Grünen-Chef mit 21,1 Prozent der Stimmen auf Platz zwei und ist von der Unabhängigen Irmgard Griss nicht mehr einzuholen.

Die ehemalige OGH-Richterin erreicht demnach 18,8 Prozent.

Nach Auszählung der Wahlkarten vom Montag kam Van der Bellen auf 21,3%, Griss auf 18,9% und Hofer auf 35,1%.

Für Van der Bellen “Karten neu gemischt”

Für den Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen sind nach dem Wahlsonntag “die Karten neu gemischt”. Sollte der ehemalige Grünen-Chef in die Stichwahl kommen, rechnet er laut eigener Aussage mit einem intensiven Wahlkampf. Sollte es nicht reichen, will Van der Bellen Irmgard Griss unterstützen.

Für Van der Bellen ist das Ergebnis “nicht überraschend”, sagte er am Sonntag beim Eintreffen in der Hofburg. “Ich habe immer gesagt, ich bin ein Außenseiter.”

Irmgard Griss scheitert vermutlich nur ganz knapp

Irmgard Griss war die Überraschung der Hofburg-Wahl 2016. Vor einem Jahr kannte die parteifreie Juristin außerhalb der Fachwelt kaum einer. Nun schrammt die ehemalige OGH-Präsidentin nach aktuellen Hochrechnungen eher knapp an der Stichwahl um das höchste Amt im Staat vorbei.

Es war dabei nicht nur die allgemeine Parteien-Verdrossenheit, von der die 69-jährige Steirerin profitierte. Griss fuhr eine mit vergleichsweise geringen Mitteln finanzierte, dafür smarte Medien-Kampagne, deren Ass sie selbst war. Denn für eine den Parteien-Zank ungewohnte Fach-Expertin zeigte sie sich erstaunlich sicher im Umschlängeln von Fettnäpfen.

Trat sie dann einmal doch hinein wie bei der Verteidigung ihrer hohen Beamten-Pension oder bei ungeschickten Aussagen zu den Anfängen des Nationalsozialismus, wurde es von Griss schnell wieder freundlich-sachlich weggeplaudert – sehr zum Ärger der ÖVP, in deren Revier die ehemalige Höchstrichterin munter wilderte.

Verstecktes Medientalent

Dass Griss beim Publikum so gut ankam, überrascht insofern, als man es bei ihr nicht gerade mit einer Volkstribunin zu tun hat. Gerade im Direkt-Kontakt mit dem Bürger wirkte die unter anderem an der US-Elite-Uni Harvard ausgebildete Juristin manchmal recht unbeholfen. In der ORF-“Wahlfahrt” machte sie über-deutlich, dass sie mit dem legeren Moderationsstil ihres Chauffeurs Hanno Settele rein gar nichts anfangen kann.

Was Griss half, war, dass sie auch in ihrer Sprödheit authentisch blieb. Wenngleich sie wie alle anderen Kandidaten nicht auf professionelles Coaching verzichtete, blieb sie die ganze Kampagne über die politisch unverbrauchte Kandidatin, die ohne Partei ihren Weg vom heimischen Bauernhof in der Weststeiermark in den elitären Sektor der Spitzen-Juristerei gemacht hat.

Auf ihre Fahnen schrieb sich Griss, verheiratet und Mutter von zwei Söhnen, dass sie schon am Obersten Gerichtshof darauf geachtet habe, dass Urteile auch verständlich seien. Und man glaubte ihr. Denn Griss sprach im Wahlkampf Klartext. In so gut wie allen TV-Diskussionen ließ sie den Großteil der arrivierten Konkurrenz alt aussehen – ein über Jahrzehnte verstecktes Medien-Talent.

>> UPDATE: Hier sehen Sie die endgültigen Endergebnisse nach Auszählung der Wahlkarten.

(APA)

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