Stefan Stangl: Vom schüchternen Backup zum Rapid-Leistungsträger

Stefan Stangl hat im Herbst einen Entwicklungsschub hingelet.
Stefan Stangl hat im Herbst einen Entwicklungsschub hingelet. - © APA/Roland Schlager
Stefan Stangl hat seine Chance nach dem Kreuzbandriss von Thomas Schrammel genutzt und sich nach einem starken Herbst für Rapid Wien in die Notizblöcke internationaler Scouts gespielt. Der grün-weiße Aufsteiger der Saison im Portrait.

Für Rapid-Sportdirektor Andreas Müller ist Stefan Stangl die Entdeckung der Saison beim Rekordmeister. Die beständig starken Leistungen des Linksverteidigers nahm der Deutsche mit großer Freude zur Kenntnis. “Er ist derjenige, der in den letzten Monaten den größten Sprung nach vorne gemacht hat”, sagte Müller der APA.

Stangl zeigte sich von diesem Lob geschmeichelt. “Das tut gut und gibt mir einen weiteren Schub in meiner Entwicklung.” Der 24-Jährige avancierte im Sommer nach dem Kreuzbandriss von Thomas Schrammel zum Stammspieler und nützte seine Chance – die linke Seite mit Stangl und dem vor ihm agierenden Florian Kainz war zuletzt der wohl stärkste Mannschaftsteil Rapids.

Im ÖFB-Team auf Abruf: Stangls EM-Traum lebt

Dies blieb auch Teamchef Marcel Koller nicht verborgen. Der Schweizer ließ Kainz gegen die Schweiz debütieren und setzte dessen steirischen Landsmann in den jüngsten drei Länderspielen auf die Abrufliste. Daher lebt Stangls Traum von einer Teilnahme an der EURO 2016. “Es ist für mich eine große Ehre, im Team auf Abruf zu sein. Jetzt kann ich nur Woche für Woche meine Leistung bringen, dann wird man sehen, ob ich bei der EM dabei bin.”

Allerdings ist die Konkurrenz in der ÖFB-Auswahl auf der Position des Linksverteidigers groß. Kapitän Christian Fuchs ist gesetzt, weitere Anwärter auf einen EM-Kaderplatz sind Markus Suttner und Andreas Ulmer. “In Österreich gibt es viele gute Linksverteidiger, das spricht für unseren Fußball”, meinte Stangl.

Vom Mittelfeld in die Viererkette

Dabei begann die Karriere des Rapid-Profis in einer anderen Rolle. In seinen Teenager-Zeiten bei Sturm Graz wurde Stangl zumeist als linker Flügel und hin und wieder im zentralen Mittelfeld aufgeboten. “Auf dieser Position habe ich unter Franco Foda bei den Sturm-Profis debütiert”, erzählte Stangl.

Seit 10 Uhr gibt es wieder Karten in unserem Fancorner in Hütteldorf, im Fanshop im Stadioncenter natürlich auch! Und…

Posted by SK Rapid Wien on Mittwoch, 9. Dezember 2015

Der Durchbruch bei den “Blackies” blieb jedoch aus. “Ich habe mich schon oft gefragt, warum es dort nicht geklappt hat, und weiß es bis heute nicht. Ich habe alles versucht, aber es hat nicht gereicht.”

Ab 2012 spielte Stangl zunächst ein halbes Jahr leihweise für Grödig und später ein Jahr auf Leihbasis für Horn, danach ging er zum SC Wiener Neustadt, ehe im Sommer 2014 der – von mancher Seite kritisch beäugte – ablösefreie Wechsel zu Rapid erfolgte. “Es war nicht angenehm zu lesen, dass ich angeblich keine Qualität für Rapid habe. Doch ich habe immer gewusst, was ich draufhabe.”

Stangl hat große Ziele

Den Wahrheitsbeweis konnte Stangl in seiner Premierensaison bei den Hütteldorfern noch nicht antreten. “Das erste Jahr bei Rapid hätte ich mir schöner vorgestellt, ich hatte nicht so viele Einsätze. Aber die Geduld hat sich bezahlt gemacht.”

Mittlerweile sind bereits internationale Klubs auf Stangl aufmerksam geworden. “Es hat das eine oder andere Gespräch gegeben, doch kein konkretes Angebot”, betonte der Linksfuß, dessen Vertrag bei Rapid noch bis 2017 läuft. Erste Gespräche über eine Verlängerung fanden bereits vor einigen Wochen statt, eine Entscheidung wird wohl noch länger ausstehen. “Ich lasse mich in dieser Sache nicht stressen. Natürlich kann ich mir vorstellen, länger bei Rapid zu bleiben, aber mein längerfristiges Ziel ist es, nach Titelgewinnen mit Rapid bei einem größeren Klub im Ausland zu spielen”, meinte Stangl.

“Wollen Fans einen schönen Jahresabschluss bieten”

Voraussetzung für einen Auslandstransfer ist eine gewisse Beständigkeit in den kommenden Monaten, wie auch der Linksverteidiger weiß. “Ich will mich weiterentwickeln und bin, glaube ich, noch nicht am Zenit.” Eine ähnliche Ansicht vertrat Müller. “Er hat noch viel Luft nach oben und weiß noch gar nicht, wie gut er ist. Doch jetzt muss er einmal die Leistungen über einen längeren Zeitraum bestätigen”, erklärte der Sportdirektor.

Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich am Donnerstag (19:00 Uhr, live auf Puls 4 und Sky) im abschließenden Europa-League-Gruppenspiel im Happel-Stadion gegen Dinamo Minsk. “Auch wenn wir Gruppenplatz eins nicht mehr in der eigenen Hand haben, wollen wir unbedingt gewinnen und unseren Fans einen schönen Jahresabschluss bieten”, sagte Stangl, der gegen die Weißrussen ein Geduldspiel erwartet. “Sie stehen defensiv sehr gut und lassen wenig zu. Wir müssen gleich unsere Chancen nützen, sonst wird es sehr schwer.”

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Werbung