Remis gegen Wales: Zwei Defensiv-Patzer und ein Arnautović-Doppelpack

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Marko Arnautović traf doppelt für Österreich.
Marko Arnautović traf doppelt für Österreich. - © APA/Georg Hochmuth
Österreich gerät im Happel-Stadion gegen Wales zweimal in Rückstand, holt dank eines Doppelpacks von Marko Arnautović im Duell der Gruppenfavoriten aber immerhin einen Punkt.

Österreichs Nationalmannschaft hat am Donnerstag in der WM-Qualifikation ein 2:2 gegen Wales erreicht und hält damit nach zwei Partien in Gruppe D bei vier Punkten. Vor 44.200 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion erzielte Marko Arnautović beide ÖFB-Treffer (28., 48.), die EURO-2016-Semifinalist war durch Joe Allen (22.) und ein Eigentor von Kevin Wimmer (45.+1) zweimal in Führung gegangen.

Tottenham-Legionär Wimmer hatte in dieser Saison nur ein Pflichtspiel absolviert – beim 5:0 in der dritten Ligacuprunde vor zwei Wochen gegen den Drittligisten Gillingham. Davor hatte er zuletzt bei Tottenhams Auswärts-1:1 am 2. April gegen Liverpool in einem Bewerbsmatch durchgespielt.

Arnautović’ Klubkollege erzielt Führung der Waliser

Wimmer wurde von Teamchef Marcel Koller überraschend anstelle von Markus Suttner links in der Verteidigung aufgeboten, um die Kreise von Wales-Star Gareth Bale zu stören. Der Real-Madrid-Stürmer kam aber zumeist über Österreichs rechte Seite und war auch im Zentrum gefährlich – so etwa in der 6. Minute: Nach einem Corner und einer scharfen Hereingabe parierte der später verletzt ausgeschiedene ÖFB-Goalie Robert Almer einen Kopfball von Bale bravourös. Kurz zuvor hatte Wimmer auf der Gegenseite Wales-Schlussmann Wayne Hennessey ebenfalls mit einem Kopfball nach einem Corner von David Alaba geprüft.

Danach sahen die Zuschauer im Prater – darunter über 4.000 Wales-Fans – ein gegenseitiges Abtasten. Beide Teams waren darauf bedacht, kein allzu großes Risiko zu nehmen, Torchancen blieben Mangelware. In der 22. Minute aber ließ Bale mühelos Aleksandar Dragović stehen und flankte zur Mitte, die Abwehr von Wimmer fiel zu kurz aus, Chris Gunter legte per Kopf für Allen ab und der Mittelfeldspieler traf mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze.

Ausgleich und Gegentor aus einem Einwurf

Vier Minuten später trat auch der zweite Stoke-Profi auf dem Platz als Torschütze in Aktion. Alaba, dem davor der eine oder andere Fehlpass unterlaufen war, gelang ein sehenswertes Zuspiel auf Marko Arnautović, der den Ball per Kopf an Hennessey vorbei zum 1:1 ins Tor bugsierte.

Danach folgte eine starke Phase der Österreicher, die Wales zumeist am Sechzehner einschnürten. In der 35. Minute legte Arnautović auf Zlatko Junuzović ab, dessen Flachschuss fischte Hennessey aus dem kurze Eck. Drei Minuten später war der Goalie bei einer abgefälschten Hereingabe von Florian Klein zur Stelle.

Kurz vor der Pause aber gab es für die Gastgeber bei typisch britischem Wette eine kalte Dusche. Nach einem Einwurf von Bale kam Chester vor Wimmer an den Ball, seinen Kopfball wehrte Almer mit dem Fuß kurz ab, und vom am Boden liegenden England-Legionär sprang der Ball zum 1:2 in die Maschen.

Österreich in Hälfte zwei überlegen, aber nicht zwingend

Die ÖFB-Elf zeigte sich davon jedoch keineswegs geschockt und schaffte schon knapp drei Minuten nach Wiederanpfiff den neuerlichen Ausgleich. Arnautović nützte einen Fehler im walisischen Spielaufbau, zog Richtung gegnerisches Tor und schloss mit einem Schuss ins lange Eck ab.

Mit der Moralinjektion des schnellen Tores im Rücken erarbeiteten sich die Gastgeber eine deutliche Feldüberlegenheit. Wirklich zwingende Gelegenheiten schauten dabei aber ebensowenig heraus wie für die Waliser, die sich gegen Ende offensichtlich mit dem Remis zufriedengaben.

So blieb es bei der Punkteteilung, womit die Österreicher erstmals nach zehn Partien ein Qualifikationsspiel nicht als Sieger beendeten. Allerdings ist die Koller-Truppe nun schon seit zehn Bewerbspartien vor eigenem Publikum ungeschlagen. Weiter geht es für Alaba und Co. bereits am Sonntag (20:45 Uhr, live auf ORF eins und im VIENNA.at-Liveticker) mit dem Auswärtsmatch gegen Serbien.

(APA, Red.)

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