Rapid steigt bei Ligareform auf die Bremse

Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek.
Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Der SK Rapid hält die Reformpläne der Bundesliga für überhastet und will einer “Ad-Hoc-Entscheidung nicht zustimmen”.

Rapid ist bei den Reformplänen des Ligaformats auf die Bremse gestiegen. In einem am Montag auf seiner Homepage veröffentlichten offenen Brief an “die Bundesliga und ihre Clubs, den ÖFB sowie an Medien und die fußballinteressierte Öffentlichkeit” sprach sich der Rekordmeister gegen eine vorschnelle Umwandlung in eine Zwölfer-Liga und eine 16 Vereine umfassende zweithöchste Spielklasse aus.

Eine Reform werde nicht per se abgelehnt, hieß es in dem Schreiben der beiden Geschäftsführer Andreas Müller (Sport) und Christoph Peschek (Wirtschaft). “Diese darf aus unserer Sicht allerdings erst nach eingehender Analyse bezüglich der vielfältigen Auswirkungen und mit Einbeziehung der wichtigsten Entscheidungsträger und Experten aus den Bereichen Sport, Wirtschaft, Sponsoring, Marketing, Vermarktung (inklusive TV-Rechte), etc., aber auch Fan-Vertretern erfolgen. Einer Ad-Hoc-Entscheidung ohne dieser notwendigen vorbereitenden Vorgangsweise können und werden wir im Sinne des gesamten österreichischen Spitzenfußballs allerdings nicht zustimmen!”

Rapid befürchtet weniger TV-Einnahmen

Die Eile bei der geplanten Reform könne man nicht nachvollziehen, zumal erst kürzlich 22 Vereine das Lizenzierungsverfahren positiv bewältigten und sich die Eigenkapitalquoten der Klubs ständig verbessern. “Eine unmittelbar drohende Insolvenzwelle im heimischen Fußball, die als Damoklesschwert und vermeintlicher Beleg für die Dringlichkeit einer Reform der Ligenformate herhalten soll, ist somit nicht zu befürchten, haben doch alle Vereine ihre Budgets für die Saison 2016/17 nachgewiesen und sind darin die Kosten für die Umsetzung des vieldiskutierten Wartungserlasses inkludiert!”, schrieben Müller und Peschek.

Bei den möglichen neuen Formaten tun sich für Rapid einige Fragen auf, etwa jene nach TV-Übertragungen der Spiele aus der zweithöchsten Spielklasse. Außerdem wurde festgestellt, “dass es keine Anhaltspunkte gibt, die eine Verbesserung des Einnahmensituation der Clubs herbeiführen könnten”. Eine Reduktion der Runden würde “wahrscheinlich zu einer Reduktion der TV-Einnahmen führen”. Diese sind nach dem Geschmack von Rapid ohnehin zu gering.

Klubkonferenz am Donnerstag

Parallel zum offenen Brief veröffentlichte Rapid auch eine Analyse zu den Auswirkungen der möglichen Änderung des Ligaformats. Darin schlägt der Verein eine Evaluierungsphase bis Februar 2017 vor. Die Umsetzung eines neuen Formats könnte dann mit der Saison 2018/19 kommen. Reform-Befürworter wie Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer wünschen sich eine Änderung schon ab der Spielzeit 2017/18.

Weitere Aufschlüsse über eine mögliche Ligareform könnte der kommende Donnerstag bringen, wenn in Klagenfurt eine Bundesliga-Klubkonferenz auf dem Programm steht. Dabei dürfte auch Rapids Vorschlag diskutiert werden, wie die Kosten der Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft für die Vereine abgefedert werden könnte. Demnach soll die rund eine Million Euro, welche die Liga durch die EM-Teilnahme des ÖFB-Teams erhält, auf die Vereine aufgeteilt werden.

(APA, Red.)

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